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Diagnose Morbus Bechterew: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Rheumatische Erkrankungen

rheumatische Erkrankung
Morbus Brechterew ist eine schmerzhafte, rheumatische Erkrankung. © pixabay.de, Gundula Vogel (CC0 Public Domain)

Eine besondere Form des entzündlichen Rheumas ist Morbus Bechterew. Betroffene klagen zumeist über unangenehme Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Da Rückenschmerzen ganz unterschiedliche Ursachen haben können, ist es nicht immer leicht, Morbus Bechterew korrekt zu diagnostizieren. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Informationen zu dieser Krankheit vor und möchte Patienten bei der Bewältigung unterstützen.

Ursachen von Morbus Bechterew

Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die insbesondere die Knochen und Gelenke befällt. Sie kommt in Mitteleuropa bei etwa 0,5% aller Erwachsenen vor und tritt vorrangig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Aktuell sind rund 350.000 Menschen in dieser Region von der Krankheit betroffen.

Bisher ist noch nicht abschließend geklärt, welche Ursachen zu einer Morbus Brechterew Erkrankung führen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass erbliche Anlagen die Auslöser sind, da die Krankheit in bestimmten Familien vermehrt auftritt. Außerdem ist bei den meisten erkrankten das Enzym „HLA-B27“, das eigentlich Krankheitserreger bekämpfen soll, bei Morbus Bechterew nicht effizient genug. Somit muss das Immunsystem besonders hart kämpfen und es kommt zu teils chronischen Entzündungen.

Einen passenden Arzt finden

Damit eine Morbus Bechterew Erkrankung genau diagnostiziert und optimal behandelt werden kann, ist ein erfahrener Arzt vonnöten. Dieser kann beispielsweise das sogenannte Menell-Zeichen erkennen und hieraus Rückschlüsse auf die Erkrankung ziehen. Bei diesen Zeichen fühlen die Betroffenen einen Druck- oder Kompressionsschmerz an den sogenannten Iliosakralgelenken. Außerdem muss genau geprüft werden, wie beweglich die Wirbelsäule noch ist. Insbesondere die Lendenwirbelsäule und die Brustwirbelsäule werden hierbei in den Blick genommen. Wenn der Arzt eine veränderte Körperhaltung oder eine Versteifung der Wirbelsäule feststellt, ist dies ein deutliches Zeichen für eine Morbus Bechterew.

Wenn der Verdacht besteht, dass eine Morbus Bechterew Erkrankung vorliegen könnte, weil beispielsweise ähnliche Erkrankungen in der Familie vorkommen, sollte ein Arzt gesucht werden, der sich mit dieser rheumatischen Erkrankung exzellent auskennt. Wichtig ist zudem, dass die Krankenkasse die Betroffenen bestmöglich unterstützt und ihnen dabei hilft, die Krankheit in den Griff zu bekommen. In vielen Fällen kann ein Wechsel der Krankenkasse dabei helfen, eine besonders gute Behandlung zu bekommen.

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Symbolbild Knieschmerzen
Zu den häufigen Begleiterkrankungen des Morbus Bechterew zählen Entzündungen an anderen Gelenken wie Knie, Schultern oder dem Sprunggelenk. © pixabay.de, Nattanan Kanchanaprat (CC0 Public Domain)

Wo treten Symptome auf

Es gibt einige typische Symptome für eine Morbus Bechterew Erkrankung, diese müssen aber nicht immer vollständig und chronisch auftreten. Im Gegenteil kommt es bei dieser Krankheit häufig dazu, dass in bestimmten Phasen starke Schübe auftreten und die Symptome besonders stark sind. Dann gibt es wieder Phasen, in denen die Patienten kaum oder keine Beschwerden verspüren. Nicht zuletzt deshalb ist es relativ schwierig, die Krankheit eindeutig zu diagnostizieren.

Eines der typischen Symptome bei einer Morbus Bechterew Erkrankung sind Rückenschmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich. Die Patienten sind morgens steif und kommen nur schwer in den Tag hinein. Abends kann es zudem immer wieder zu Schmerzen kommen. Wenn hin und wieder Schmerzen in den Schultern, den Knien oder an der Hüfte auftreten, kann dies ein frühzeitiges Warnzeichen für eine beginnende Krankheit sein. Außerdem sollten Patienten aufmerksam werden, wenn die Fersen Oder das Ellenbogengelenk wehtun. Weitere frühzeitige Symptome sind ein Gewichtsverlust und eine unerklärliche Müdigkeit. In einigen Fällen kann es zudem zu Sehstörungen und Herzrhythmusstörungen kommen. Je früher die Symptome beim Arzt abgeklärt werden, desto eher lassen sich massive Beschwerden vermeiden.

Die Zielsetzung bei einer Behandlung

Bislang gibt es keine Therapieverfahren, die eine Heilung einer Morbus Bechterew Erkrankung möglich machen. Das Ziel besteht deshalb immer darin, die Symptome zu lindern und den Patienten einen möglichst schmerzfreien Alltag zu ermöglichen. Außerdem geht es darum, ein weiteres Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Je Länger es dauert, bis weitere Gelenke von den Schmerzen betroffen sind, desto besser.

Ein weiteres Therapieziel sollte darin bestehen, die Beweglichkeit der Patienten bestmöglich zu erhalten. Es genügt nicht, lediglich keine Schmerzen zu verspüren, sondern der Alltag sollte möglichst störungsfrei gelingen. Deswegen müssen bestimmte Übungen und Therapien genutzt werden, um die Flexibilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Gelenke aufrechtzuerhalten.

Verschiedene Therapieverfahren

Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze, mit denen einer Morbus Bechterew Erkrankung begegnet werden kann. Einige Ärzte setzen auf eine medikamentöse Behandlung. Hier werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verschrieben, die zu einer Linderung bestehender Schmerzen führen. Eines der Mittel, das häufig verabreicht wird, ist Ibuprofen. Bei besonders akuten Schmerzen, kann Kortison eine Lösung sein, um Entzündungen besonders schnell in den Griff zu bekommen. Des Weiteren kann es nötig werden, einen operativen Eingriff vorzunehmen. Das ist dann der Fall, wenn ein Gelenk durch eine chronische Entzündung massiv beschädigt ist. In einem solchen Fall kann es erforderlich sein, den Betroffenen eine Prothese einzusetzen.

Neben diesen Therapiemaßnahmen Bieten sich Wärmebehandlungen und Massagen an. Mit diesen können die betroffenen Körperregionen gelockert und flexibel gehalten werden und es kommt nicht so leicht zu Entzündungen und Schmerzen. Zudem ist es häufig sinnvoll, Gymnastikübungen durchzuführen, um die eigene Beweglichkeit zu erhalten. Patienten sollten darauf achten, eine stabile Matratze zu nutzen, die nicht durchhängt. Diese stützt den Körper und sorgt dafür, dass Schmerzen während der Nacht nicht so leicht auftreten. Das Kopfkissen sollte flach sein, um die Halswirbelsäule zu unterstützen.

Den eigenen Lebensstil verändern

Häufig ist es für Morbus Bechterew Patienten nötig, ihren Lebensstil deutlich zu verändern. Gerade in Mitteleuropa bewegen sich die Menschen zu wenig, was ein Voranschreiten der Krankheit begünstigen könnte. Deswegen ist es empfehlenswert, regelmäßige Bewegung in Form von Spaziergängen, Schwimmbad Besuchen und Radfahren in den Alltag zu integrieren. Sport und körperliche Aktivität sorgen dafür, dass die Gelenke und die Wirbelsäule beweglich bleiben und dass sich eine starke Muskulatur aufbaut. Das ist gerade für die Wirbelsäule entscheidend.

Des Weiteren kommt es darauf an, die Ernährung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Omega-6-Fettsäuren sind beispielsweise hervorragend dazu geeignet, Entzündungen in Gelenken vorzubeugen. Deswegen empfiehlt es sich, bei einer Morbus Bechterew Erkrankung möglichst auf Fleisch zu verzichten und stattdessen Obst, Gemüse und Fisch in den Speiseplan zu integrieren. Wenn Übergewicht besteht, sollte dieses ebenfalls abgebaut werden, um eine übermäßige Belastung der Gelenke zu vermeiden. Nikotin kann bei einer Morbus Bechterew Erkrankung ebenfalls äußerst schädlich sein, weswegen darauf weitestgehend verzichtet werden sollte.

Fazit

Obwohl Morbus Bechterew nicht heilbar ist, müssen Patienten, die diese Diagnose erhalten, nicht verzweifeln. Dank verschiedener Therapieverfahren und mit Hilfe eines gesunden Lebensstils ist es möglich, Schmerzen zu vermeiden und eine größtmögliche Lebensqualität zu gewinnen. Wichtig ist es, dass die Krankheit frühestmöglich und exakt diagnostiziert wird, um gezielt dagegen vorgehen zu können. Deswegen kommt es darauf an, einen geeigneten Arzt zu wählen und die empfohlenen Therapieformen, die vor allem Bewegungsübungen umfassen, konsequent umzusetzen.

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