Der THC-Nachweis. So funktioniert er - scinexx | Das Wissensmagazin
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Der THC-Nachweis. So funktioniert er

Raucherin
Ob ein Mensch einen Joint geraucht hat, kann via Urin- oder Bluttest noch einige Zeit nach dem Konsum nachgewiesen werden. Wie hoch die Konzentration dann ist, hängt davon ab, wie oft THC konsumiert wird. © pixabay.com, Claudio_Scott (CC0)

Das menschliche Blut spricht mittlerweile Bände. Nur wenige Tropfen des roten Lebenselixiers sorgen dafür, dass Ärzte Aussagen über alle möglichen Gesundheitsaspekte treffen können. Auch der Konsum von Alkohol und Drogen lässt sich im Blut nachweisen. Welche Möglichkeiten es gibt THC im Blut nachzuweisen und welche Alternativen es in diesem Zusammenhang gibt, verrät dieser Beitrag.

Eins vorweg: In Urin und Blut lassen sich THC-Rückstände bei Dauerkonsumenten bis zu drei Monate nachweisen. Kommt es beispielsweise zu einer Verkehrskontrolle, bei der untersucht werden soll, ob der Fahrer unter Drogeneinfluss steht, gilt der Bluttest als die sicherste Methode, um den THC-Konsum der letzten 15 bis 48 Stunden zu entlarven.

Das passiert mit dem Wirkstoff der Cannabispflanze im Körper. Der Bluttest

Es dauert nur wenige Minuten bis das THC, das beim Rauchen eines Joints aufgenommen wird, in der Blutbahn durch den Körper saust. Pro Milliliter Blutplasma lassen sich dann zwischen 100 und 300 Nanogramm nachweisen. Die genaue Konzentration ist abhängig von der Verfassung des Konsumenten und lässt Rückschlüsse auf den Zustand zu. Der hohe THC-Gehalt sinkt binnen der folgenden Stunden auf einen Bruchteil von 15 Nanogramm. Diese Prozessskizze der Wirkung von THC im Körper bildet das ab, was nach einem einmaligen Konsum im Körper passiert.

Etwas anderes lässt sich hingegen beobachten, wenn regelmäßig THC-Produkte konsumiert werden. Dann nämlich reichert sich der THC-Gehalt im Körper förmlich an.

Experten gehen davon aus, dass sich THC etwa 15 Stunden lang im Blut nachweisen lässt. Dieser Wert kann nach oben hin variieren – je nach Stärke des Konsums aber auch je nach der individuellen Konstitution des Kiffers. Auch hier gilt: Je länger THC konsumiert wird, desto stärker bleibt es im Blutkreislauf verhaften und desto länger dauert es bis es im Blut nicht mehr nachweisbar ist. Bei Dauerkonsumenten verlängert sich der Nachweis-Zeitraum auf bis zu 48 Stunden. Die Werte, die bei Dauerkonsumenten auch nach 48 Stunden noch nachweisbar waren, lagen zwischen 1,3 und 6,4 Nanogramm.

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Fazit: Der wirksamste Test, um herauszufinden, ob aktuell THC konsumiert wurde (oder binnen der letzten 48 Stunden) ist der Bluttest. Um herauszufinden, wie lange oder wie intensiv der THC-Konsum war, kann auch ein Urin-Test dienen. Der Bluttest ist der einzige Beweis, der „gilt“, um herauszufinden, ob jemand unter Drogeneinfluss gefahren ist oder nicht. Gegen den Willen des Konsumenten darf dieser Test nur nach richterlicher Anweisung erfolgen.

In Stoffwechselprodukten ist THC lange nachweisbar. Der Urintest

Vor allem in Stoffwechselprodukten kann das THC über Tage und Wochen nachgewiesen werden. Nachweisbar sind dann die Stoffwechselprodukte, die im chemischen Fachjargon mit THC-COOH und 11-OH-THC bezeichnet werden. Für Dauerkonsumenten bedeutet das: Erst nach einigen Wochen Abstinenz lässt sich THC nicht mehr via Urinprobe feststellen. Gelagert wird das THC im Übrigen im Fettgewebe. Im Urin sind THC bzw. die zwei beschriebenen Stoffwechselprodukte deutlich länger „nachweisbar“ als im Blut. Auch in diesem Fall gibt es Unterschiede, die von der Dauer des Konsums aber auch vom Menschen selbst abhängen.

Im Speichel hält sich THC maximal eine Woche. Der Speicheltest

Damit der THC-Gehalt im Speichel für eine Woche „sichtbar“ bleibt, muss der Konsum bereits sehr stark ausgeprägt sein. Beim regelmäßigen Konsum liegt die Nachweisbarkeit je nach Test bei 24 bis 72 Stunden. Beim einmaligen Konsum kann im Speichel des Konsumenten 24 Stunden nach dem Joint bereits kein THC mehr nachgewiesen werden.

Der Speicheltest funktioniert besonders schnell und einfach. Der Unterschied zum Urintest besteht darin, dass andere Verbindungen im Körper getestet werden. Das beim Urintest untersuchte THC-COOH kann noch über 30 Tage nach dem Konsum gefunden werden. Der Speicheltest dagegen sucht nach THC D9-Tetrahydrocannabinol, das die Innenseite des Mundes nach dem Konsum auskleidet, bevor es vom Körper verstoffwechselt wird. Während manche davon ausgehen, dass der Test besonders genau funktioniert, gehen Kritiker davon aus, dass der Speicheltest leichter zu bestehen ist.

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