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Berufliche Weiterbildungen – Wettbewerbsvorteil durch geschultes Personal

Personalentwicklung

Computertechniker bei der Arbeit
© pixabay.com, JESHOOTS-com

Fachkräftemangel, ein Wort das seit Jahren die Berichte über die Situation am Arbeitsmarkt beherrscht. Dabei ist die Branche inzwischen fast egal, überall fehlen gut qualifizierte Leute. Unternehmen setzen inzwischen nicht mehr nur auf tolle Lockangebote bei der Rekrutierung von neuem Personal, sondern sehen in der Personalentwicklung große Chancen, ihr Personal durch berufliche Weiterbildungen fit für größere Aufgaben zu machen. Das sichert ihnen Wettbewerbsvorteile und wird mit öffentlichen Geldern gefördert.

Fördergelder für Firmen die ihre Mitarbeiter qualifizieren

Es gibt schon lange verschiedene Finanzierungsmodelle für berufliche Qualifizierungen, die Unternehmen beantragen können. Diese wurden im Qualifizierungschancengesetz noch einmal verbessert und sollen helfen, Mitarbeiter für verantwortungsvollere Positionen fit zu machen. Der Arbeitsmarkt hat vor allem für sogenannte „Gering Qualifizierte“ nicht mehr die Zahl an freien Arbeitsstellen, die benötigt werden. Haben Helfer sich in die Materie eingearbeitet und im Unternehmen bewährt, so investiert die Firma in dessen Förderung und Personalentwicklung. Hier helfen Zuschüsse von Arbeitsagentur, Bund, Ländern oder Steuervergünstigungen. Doch nicht nur ungelernte profitieren von diesem Gesetz. Fachkräfte mit Spezialisierungsbedarf gibt es in der Industrie, Medizin oder Wissenschaft genug.

Täglich wird in den Medien über neue Entdeckungen oder technische Errungenschaften informiert. Doch nicht alle, die daran mitarbeiten, sind Absolventen von Universitäten oder Fachhochschulen. Facharbeiter, die sich kontinuierlich fortbilden arbeiten in den Teams mit und übertragen die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis. Laboranten betreuen die Versuche und helfen, Ergebnisse zu analysieren.

Gerade in der Zeit der Coronakrise müssen viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und nutzen diese Zeit, um berufliche Weiterbildungen anzubieten und sie für neue Verfahren, Produkte oder Techniken zu schulen.

Gute Leute sichern einen Wettbewerbsvorteil

Qualifiziertes Personal arbeitet nicht nur effizienter oder macht weniger Fehler, wird es von seinem Arbeitgeber gefördert, so ist es zudem loyaler und optimiert aus eigener Motivation Produktionsabläufe oder das Zeitmanagement. Es entwickelt ein unternehmerisches Denken, das dem Betrieb zugutekommt.

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Die Suche nach neuen Mitarbeitern kostet Zeit und Geld und bindet zumindest in den Einarbeitungsphasen Personal. Allein die Erstellung und Verbreitung von Stelleanzeigen, kann Unsummen verschlingen und führt am Ende dazu, dass eine hohe Zahl an Bewerbungen eingehen, von denen kaum ein Drittel passgenau auf die Ausschreibung zutrifft. Wer dann nicht nur auf Online Stellenangebote setzen möchte, sondern auch die lokale Presse mit ihren Printmedien nutzen möchte, potenziert den Aufwand, einen passenden Bewerber zu finden.

Je mehr Bedeutung die ausgeschriebene Stelle im Unternehmen hat, desto fataler sind die Auswirkungen von Fehlentscheidungen bei der Einstellung von Bewerbern und im schlimmsten Fall muss dieser Prozess sogar ein- bis mehrmals wiederholt werden.

Das lässt sich umgehen, indem vorhandenes Personal qualifiziert und auf die Übernahme solcher Positionen vorbereitet wird. Hier verringert sich die Einarbeitungszeit und menschlich ist auch bereits klar, dass Mitarbeiter und Unternehmen zueinander passen. Der Angestellte fühlt sich gewertschätzt und das motiviert ihn zusätzlich. Von unten her setzt sich dann eine Aufstiegskette in Gang, an deren Ende ein Helfer nachrücken kann, der in dem Unternehmen ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten bekommt, wenn er sich bewährt. Findet hier eine Fehlbesetzung statt, sind die Auswirkungen nicht so drastisch.

Mitarbeiterbindung durch Personalentwicklung

Einer Umfrage zufolge sind fehlende Aufstiegschancen und Angebote zur beruflichen Weiterbildung unter den Top 5 der Gründe zu finden, die Mitarbeiter dazu veranlassen, einen Job zu kündigen. Wird hingegen regelmäßig ein Profiling gemacht und in Mitarbeiterbefragungen analysiert, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich Arbeitnehmer wünschen, bindet seine Fachkräfte ans Unternehmen.  Und das ganz ohne Knebelverträge, die ohnehin nicht haltbar sind.

Die Frage, wo ein Mitarbeiter sich in fünf Jahren sieht, sollte also nicht nur im ersten Vorstellungsgespräch gestellt werden. Hier regelmäßig nachzufassen und gemeinsam einen langfristigen Weiterbildungsplan zu erstellen, gibt dem Mitarbeiter Perspektiven und Motivation. Das Wissen in drei Jahren eine bestimmte Weiterbildung absolvieren zu können, die er sich selbst auch wünscht, lässt den Wunsch, sich nach Konkurrenzunternehmen umzuschauen, schnell verblassen.

Weil Personalentwicklung in vielen Unternehmen eine Frage der Kosten ist, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Qualifizierungschancengesetz ein Instrument geschaffen, das eine Weiterbildungsförderung regelt. Dabei ist es gleich, ob Arbeitnehmer/innen ohne Abschluss (Gering Qualifizierte) oder Fachkräfte beruflich weitergebildet werden sollen. Wie genau die Regelungen sind, hat das BMSA auf seiner Internetpräsenz zusammengefasst.

Neben der Arbeitsförderung die Unternehmen beantragen können, gibt es auch eine Reihe von Fördermöglichkeiten für die Arbeitnehmer selbst.

Nase vorn durch Qualifizierung

Wie schnell eine Branche auf der Strecke bleiben kann, wenn sie nicht in den Fortschritt investiert, wurde in Zeiten des Lock Downs besonders drastisch klar. Fehlende Kenntnisse in neuen Technologien und die verschlafene Digitalisierung erschwerten die Umstrukturierung von Arbeitsprozessen und die Einrichtungen von Homeoffice und -scooling.

Auch Umweltschutz und der Nachhaltigkeitsgedanke zwingen zu einem Umdenken in Unternehmen und ggf. zu Schulungen beim Personal. Belastende Materialien werden von Verbrauchern nicht mehr so stark nachgefragt oder gar gesetzlich verboten, wie wir es aktuell bei Plastiktüten und bestimmten Einwegverpackungen erleben. Hinzu kommt, dass ein größeres Umweltbewusstsein, den Fokus auf kurze Transportwege lenkt.

Kontinuierliche berufliche Weiterbildung lässt Unternehmer und Mitarbeiter am Fortschritt teilhaben und neue Entwicklungen früh erkennen. Darauf direkt zu reagieren, sichert ebenfalls Wettbewerbsvorteile, die dem Unternehmen einen wirtschaftlichen Aufschwung sichern.

Fazit: Fordern ohne zu fördern, wird den Fachkräftemangel nur verstärken. Berufliche Weiterbildung hingegen, hält Mitarbeiter im Unternehmen und macht sie fit für die Zukunft. Voraussetzung hierfür ist, Mitarbeiter in die Planung einzubeziehen und auf individuelle Wünsche einzugehen. Rekrutierung von neuem Personal ist kostenaufwendig, langwierig und leider oft erfolglos. Ausländische Fachkräfte bringen zwar oft das fachliche Knowhow mit, müssen aber ggf. sprachliche Defizite erst ausgleichen und benötigen ggf. längere Einarbeitungszeiten.

Der menschlichen Komponente wird in Unternehmen wieder mehr Bedeutung zuteil. Firmenphilosophien orientieren sich verstärkt auf Wertvorstellungen, die viele Mitarbeiter haben und zeigen sich kommunikativer, erlauben Mitbestimmung und fördern das Betriebsklima und die Außenwirkung gleichermaßen. Langfristig werden Investitionen in Weiterbildung, die nicht durch Arbeitsförderung abgedeckt werden, sich auszahlen, weil der Mitarbeiterabwanderung vorgebeugt wird und Recruitingkosten gesenkt werden.

Das Qualifizierungschancengesetz greift auch außerhalb von Krisenzeiten und wird helfen, den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren. Die Zahl der Geringqualifizierten wird sinken, was dazu führt, dass Fachkräfte herangezogen werden. Häufige Wechsel von Arbeitgebern werden zukünftig weniger nötig. Ständige Weiterbildung fördert auch den Austausch von Fachkräften, so dass auch einer „Betriebsblindheit“ vorgebeugt werden kann.

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