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Balance beim Klimaschutz: Versorgungssicherheit bei Strom und Gas soll nicht gefährdet werden

Energiepolitik

Windräder und Rapsfelder
Es muss ein Spagat geschafft werden: der Klimawandel soll unter anderem mit erneuerbaren Energien aufgehalten werden, trotzdem soll die Versorgungssicherheit Strom und Gas gewährleistet bleiben. © unsplash.com, Zbynek Burival (CCO)

Es ist das große Ziel der deutschen Energiepolitik: die Versorgungssicherheit Strom und Gas. Gerade in Zeiten von „Fridays for Future“, in denen der Klimaschutz immer mehr an Stimme bekommt, soll trotz Verzicht und Umdenken eine ausreichende Versorgung mit Energie gewährleistet sein. Gleichzeitig sollte das Ziel sein Strom immer mehr aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Versorgungssicherheit bei Strom und der Klimaschutz schließen sich also auf keinen Fall aus.

Versorgungssicherheit Strom und Gas: Eine große Herausforderung

Der Energiemarkt durchläuft einen stetigen Wandel. Insbesondere die Energiewende und der wachsende europäische Stromhandel sind dafür verantwortlich, dass Strom und Gasanbieter vor schwere Aufgaben gestellt werden. Trotz der Herausforderungen im Energiesegment muss eine sichere Stromversorgung zu jedem Zeitpunkt gewährleistet werden. Das gilt nicht nur für private Haushalte, sondern auch für Unternehmen ist eine Versorgungssicherheit bei Strom und Gas von großer Bedeutung

  • Der Transport der Energie muss von den entsprechenden Netzen gestemmt werden können.
  • Die Nachfrage muss durch ausreichende Erzeugungskapazitäten gedeckt sein.
  • Auch wenn sich Einspeisungen und Entnahmen aus dem Stromnetz nicht ausgleichen können, müssen die Netze stabil bleiben.
  • Die Netze müssen vor Eingriffen gesichert sein.

Klimaschutz und Versorgungssicherheit bei Strom schließen sich nicht aus

Klimaschutz, Versorgungssicherheit Strom und auch Wirtschaftlichkeit sind miteinander vereinbar. Das hat das Umweltbundesamt sogar in einer aktuellen Studie bestätigt (PDF). Vor allem ist es möglich mit einem Atomausstieg und mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland, diese drei Punkte zu kombinieren.

Die Bundesregierung plant langfristig den Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Vor allem muss dabei ein Wandel beim Thema Strom stattfinden. Dessen Erzeugung basiert aktuell europaweit noch immer zu einem großen Teil auf fossilen Brennstoffen und hat einen Anteil von 40 Prozent an den deutschen CO2-Emissionen.

Bei vielen Energieanbietern hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Sowohl im privaten Bereich, als bei der Energieversorgung von Unternehmen. Beispielsweise hat der Energieversorger Uniper den Anspruch Versorgungsicherheit bei Strom und Gas zu gewährleisten und zudem die Nachhaltigkeit im Auge zu behalten. Diese Versorger haben begriffen, dass das Anwenden nachhaltiger Praktiken auch ihren eigenen internen Betrieb und ihre Stellung auf dem Markt widerstandsfähiger machen kann.

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„Stromlücke“ durch nachhaltige Stromversorgung?

In der Vergangenheit mussten sich die Deutschen nur wenig Gedanken darum machen, ob möglicherweise Stromausfälle drohen. Angesichts des endgültigen Ausstiegs aus der Kernenergie und der Stilllegung vieler Kohle- und Gaskraftwerken werden diese bisherigen Überkapazitäten voraussichtlich bis Ende 2022 nicht mehr in dem Maße vorhanden sein. Deshalb kommt bei vielen Verbrauchern die Angst, dass es möglicherweise zu Energieengpässen kommen könnte.

Wichtig ist hier zu wissen, dass die Versorgungssicherheit in diesem Fall nicht nur ein deutsches Thema ist, sondern ein europäisches. Die Bunderepublik plant den Umstieg auf erneuerbare Energien nicht allein. Damit eine europaweite Umstellung klappt, sind die einzelnen Länder voneinander abhängig. Defizite im deutschen Stromnetz, die etwa durch die Schwankungen natürlichen Ressourcen entstehen können, müssen dann hin und wieder durch die Nachbarn ausgeglichen werden.

Die Zukunft der Gewährleistung einer Versorgungssicherheit Strom liegt also in dem Ausbau eines weiträumigen Stromtransportnetzes und nicht in nationalen Stromnetzen einzelner Mitgliedsstaaten, die sprichwörtlich ihr eigenes Süppchen kochen. Dazu braucht es allerdings Netzverbesserungen und den Neubau von Leitungen, die ein stärkeres Netz gewährleisten können.

Noch werden Kraftwerke benötigt

Falls eine Versorgung durch Wind und Sonne mal nicht möglich ist, in einer sogenannten „Dunkelflaute“, werden aktuell noch regelbare Kraftwerke benötigt. Sie sind in erster Linie dazu da, Stromausfälle zu verhindern, indem die fehlende Energie ausgeglichen wird. Zwar wird so die Versorgungssicherheit Strom gewährleistet, jedoch ist der generierte Strom vergleichsweise teuer und vor allem klimaschädlich wegen des zusätzlichen CO2 Ausstoßes. Außerdem sind diese Anlagen nur zeitweise am Netz, was nicht gerade für deren Wirtschaftlichkeit spricht.

Hier kann ein europäischer Netzverbund die Lösung sein. Dabei könnten diese regelbaren Kraftwerke von mehreren EU-Staaten genutzt werden. Die Anlagen wären besser ausgelastet und insgesamt wären auch weniger davon nötig. Wie etwa bei einer Fahrgemeinschaft, bei der nicht jeder einzeln mit dem eigenen Auto fahren muss.

Speichertechnologie noch nicht reif genug

Egal, ob Batterie- oder auch Gasspeicher, aktuell sind die Systeme noch nicht wirtschaftlich genug, um sie im großen Stil zu betreiben und so die jeweiligen Netze zu stabilisieren. Abhilfe schaffen kann hier, ähnlich wie bei den geteilten Kohlekraftwerken, das Teilen von Überschüssen. Hierdurch kann ebenfalls eine Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Grenzüberschreitende Netze müssen dazu gestärkt werden, sodass eventuell fehlender Strom in einem Land durch die Produktion eines anderen EU-Staates ausgeglichen werden kann. Die Energie wird dann dort abgegriffen, wo sie gerade günstig erzeugt wird.

Die Zukunft liegt wohl in der Mischung mehrerer Methoden. Die Energieerzeugung mittels erneuerbarer Energien sollte ganz klar das Ziel sein. Jedoch müssen hier durch ein gemeinschaftliches Handeln der EU, Engpässe ausgeglichen und vermieden werden. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn man auf bessere Stromleitungen und gestärkte Netze zurückgreifen kann. Erst dann ist es möglich, dass nach und nach eine fossile Energieproduktion abgeschafft werden kann und der Weg komplett frei ist für regenerative Strom- und Wärmeerzeugung. Die Umwelt wird es uns danken, denn es ist höchste Zeit, dass aus unserem Umdenken konkretes „Handeln“ wird.

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