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Anonym im Netz: VPN & andere Tools für mehr Sicherheit

IT-Sicherheit

Symbolbild Hacker
Ungeschützt im Internet zu surfen ist leichtsinnig. © pixabay.com, Stefan Coders

Wer sich unbedarft ins Internet begibt und ohne jede Vorkehrung mit dem Smartphone oder PC online geht, setzt sich vermeidbaren Sicherheitsrisiken aus. Unverschlüsselte Kommunikation, leicht zu erratende Passwörter und ungeschützte Rechner öffnen Cyberkriminellen Tür und Tor, um Daten zu klauen und zu missbrauchen. Wie können sich User wirkungsvoll schützen?

Sicherheitsbewusstsein vorhanden

Einer Bitkom Umfrage zufolge haben mehr als zwei Drittel der User Angst davor, dass ihr Computer von Viren, Trojanern oder Schadsoftware heimgesucht wird, jeder zweite war schonmal von Schadprogrammen betroffen. Über die Hälfte der User geht sogar davon aus, dass ihre persönlichen Daten durch staatliche Stellen oder Geheimdienste ausspioniert werden. Die Skepsis hat gute Gründe, denn schließlich werden unsere Aktivitäten online verfolgt, aufgezeichnet, überprüft und die gesammelten Daten weiterverkauft.

Jeder Nutzer kann selbstständig geeignete Maßnahmen einleiten, um sicher und unbeobachtet online zu surfen. Wer die Verantwortung für die digitale Sicherheit in die eigene Hand nimmt, kann Trackingversuche ausschalten und sich unerwünschten Überwachungsmaßnahmen entziehen. Es gibt verschiedene wichtige Maßnahmen, die dabei helfen, allen vorweg soll das Virtual Private Network (VPN) genannt werden. Es ist eine unkomplizierter, schneller und effektiver Schutz, der sich sofort errichten lässt.

VPN Download starten und sofort sicher surfen

Ein VPN dient Nutzern als sichere Verbindung ins Internet. Bildlich gesprochen handelt es sich um einen geschützten Tunnel, der die Inhalte der Daten, die sich im Tunnel bewegen, abschirmt. Technisch gesehen ist es eine undurchdringliche Verschlüsselung, dessen Inhalt von außen nicht einsehbar ist. Ein VPN lässt sich als Software downloaden und ist innerhalb weniger Minuten aktiv. User können damit ihre Verbindung zu einem öffentlichen WLAN-Access-Point absichern, ihre eigene IPs-Adresse verschleiern und somit anonym durch das Internet surfen.

Tablet und Computer-Tastatur
Mobile Endgeräte hinterlassen im Vergleich zu Desktop PCs weniger Spuren im Netz. © pixabay.com, Robinraj Premchand

VPN Download: So geht´s

Die Verwendung einer VPN Software ist denkbar einfach. User laden sich die Software zum Beispiel bei dem vertrauenswürdigen Anbieter Surfshark herunter. Es handelt sich um eine ausführbare Datei. User folgen den Installationsanweisungen Schritt für Schritt, um die App zum Beispiel auf dem Smartphone, auf dem Tablet oder PC zu installieren. Nach dem VPN Download können User den VPN Tunnel entweder manuell bei Bedarf aktivieren oder die Einstellungen so konfigurieren, dass der VPN Tunnel standardmäßig aktiviert wird.

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So funktioniert ein VPN

In der VPN- Software stecken viele technische Feinheiten. Vereinfacht gesagt läuft es für User so ab:

  • Wird nach dem VPN Download die Software aktiviert, wird zuerst eine DNS angefordert. Das bedeutet, Nutzer bekommen eine IP-Adresse, die von ihrer eigenen IP-Adresse abweicht.
  • Es werden geheime Schlüssel erstellt. Diese sind nötig, um einen sicheren Kanal für den Datenaustausch zu errichten.
  • VPN Protokolle verschlüsseln die Daten. Die verschlüsselten Daten werden durch den abgesicherten Kanal geleitet.

Die Vorteile eines VPN liegen auf der Hand. Der Datenverkehr ist technisch abgesichert, das Handling ist vom VPN Download über die Einrichtung bis hin zur regelmäßigen Nutzung unkompliziert, die Surfgeschwindigkeit ist bei Bezahlvarianten recht hoch und außerdem lassen sich Smart-TVs in Heimnetzwerken unkompliziert andocken. Allerdings schützen VPNs nicht vor Cookies und Browser Fingerprinting. Deshalb sind weitere Maßnahmen erforderlich, um die Anonymität online zu schützen.

Tracking verhindern

User werden im Netz ständig digital verfolgt. Auch wenn der VPN Tunnel den Datenaustausch schützt, kann man durch Tracking das Nutzerverhalten abgreifen. Zwar ist die Identität unbekannt, aber wie die Aktivitäten aussehen, ist ersichtlich. An solche Daten zu kommen ist beispielsweise für die digitale Werbeindustrie sehr wertvoll. Nutzerdaten werden inzwischen als neue Währung bezeichnet. Selbst wenn Nutzerdaten anonym entstehen, haben sie einen Wert. Beim Werbetracking werden beispielsweise folgende Aspekte beobachtet und für die eigenen Werbezwecke ausgewertet:

  • Welche Zugangswege nutzen User, um auf eine Website zu kommen? Infrage kommen zum Beispiel Apps, Werbeanzeigen, Direkteingaben im Browser und anderes mehr.
  • Welche Dinge werden gekauft? So lassen sich spezielle Angebote und Werbeanzeigen auf der genutzten digitalen Plattform einblenden.
  • Welchen Klickweg hat der User auf der Website genommen? Mit diesem Wissen lassen sich gezielt Werbeanzeigen schalten oder bestimmte Schritte verändern, um eine Seite profitabel zu machen.
  • An welcher Stelle ist der User ausgestiegen? Die sogenannten Seitenabbrüche geben wichtigen Aufschluss für Webseitenbetreiber, den Onlineauftritt zu optimieren.
  • An welcher Stelle scheint die technische Konfiguration noch nicht optimal zu sein, weil viele User daran haken? Webseitenbetreiber können an dieser Stelle nachbessern, um das Usererlebnis zu optimieren und letztlich mehr Käufe zu generieren.

Wer Tracking verhindern will, muss im Prinzip vier Risiken ausschalten. Ein Risiko wird bereits durch den Download des VPN Tunnels und die Nutzung der VPM Software eliminiert, nämlich die Bekanntgabe der eigenen IP-Adresse. Zudem sollten diese drei Möglichkeiten zum Nachspionieren ausgeschaltet werden:

  • Browser Fingerprinting
  • Cookies
  • Tracking Tags

Schutz vor Browser Fingerprinting

Das Problem in Kürze: Mit  Browser Fingerprinting ist gemeint, dass jeder User individuelle Informationen über den verwendeten Browser, vorhandene Plugins oder das Betriebssystem hinterlässt. Dieser Fingerabdruck wird immer dann abgegeben, wenn eine Webseite aufgerufen wird. Datenprofis haben Erfahrung darin, diese Daten mit IP-Adressen abzugleichen und daraus ein individuelles Profil zu generieren, und zwar ganz ohne Cookies.

Einige Lösungsvorschläge in Kürze: Anonymisierungssoftware nutzen, aktuellsten Browser verwenden, Wiederherstellung alter Tabs deaktivieren, Cookies blockieren

Schutz vor Cookies

Das Problem in Kürze: Cookies sind kleine Textdateien, die auf dem Rechner gespeichert werden. Sie zeichnen das Nutzungsverhalten auf, sogar über Jahre. Damit sind User praktisch gläsern für aus schwer.

Einige Lösungsvorschläge in Kürze: Cookies regelmäßig löschen, Cookie Plugins verwenden wie zum Beispiel das Cookie Monster (für Firefox),

Schutz vor Tracking Tags

Das Problem in Kürze: Tracking Tags befinden sich auf Webseiten und werden dazu genutzt, User systematisch auszuforschen. Eine Tracking Tag heftet sich an eine Nutzer zeichnet das Nutzerverhalten auf. Je länger ein Trackingtag aktiv ist, desto spezieller wird der Datensatz und umso leichter ist es, ein digitales Profil zu zeichnen.

Einige Lösungsvorschläge in Kürze: Eine Software wie Ghostery, ScriptBlock oder Noscript installieren. Sie zeichnen u.a. Trackingpixel und Tags auf. Mit einem Schieberegler lassen sie sich leicht blockieren. Dieser Test zeigt, inwieweit der eigene Browser bereits gegen Tracking im Web geschützt ist.

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Schutzmaßnahmen. Die hier genannten stellen nur einen kleinen Ausschnitt dar. Der Beitrag Spione im Dienst der Sicherheit liefert Hintergrundinformationen zum Thema Internetsicherheit und ist für all jene empfehlenswert, die mehr zum Thema erfahren wollen.

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