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Blockchain-Technologie

Alles außer Bitcoin

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Die Blockchain-Technologie weckt auch außerhalb des Finanzsektors Interesse. © pixabay.com, geralt

Immer wieder liest man in den Nachrichten von der Blockchain. Dabei stehen auch die Kryptowährungen – ganz besonders der Bitcoin und die entsprechenden Börsen – im Mittelpunkt diverser Berichterstattungen. Doch hinter der Blockchain-Technologie stehen nicht nur die digitale Währungen, sondern zahlreiche Möglichkeiten, die die Zukunft der Menschen durchaus verändern könnte.

Speichern von sensiblen Daten

In der Regel wird das Konzept der Blockchain-Technologie auf digitale Währungen reduziert. Doch es handelt sich hier gerade einmal um einen Ansatz, der sich in diverse Richtungen entwickeln lässt – das erkennen auch immer mehr Experten, die in der IT-Branche tätig sind. Aufgrund der Tatsache, dass die Blockchain derart eingerichtet werden kann, sodass beispielsweise nur ausgewählte Personen einen Zugriff auf bestimmte Daten haben, eignet sich die Technologie also auch dann, wenn es darum geht, sensible Daten zu speichern. In diesem Fall wird das weltweit verteilte Netz verwendet, sodass man die Daten lagern kann. So wäre es beispielsweise im Gesundheitswesen durchaus möglich, dass man Krankheitsverläufe wie Patientenakten oder auch sonstige Berichte in der Blockchain speichert. Einen Zugriff hat am Ende nur jene Person, die auch im Vorfeld freigeschaltet wurde.

Zudem wäre es auch durchaus denkbar, spezielle Geräte mit dem Patientenprofil zu verknüpfen, sodass in weiterer Folge eine interaktive Krankenakte geschaffen werden kann. So wäre es etwa möglich, die Werte einer Blutzuckermessung und auch der Insulinpumpe direkt mit dem Patientenakt abzugleichen und – sofern notwendig – vom Arzt anpassen zu lassen.

Das Ende der GEMA?

Auf Basis der Blockchain können mit der Smart Contract-Methode auch komplexe Verträge ausgeführt werden. So wäre es möglich, die unterschiedlich hohen Anteile von Textern, Musikverlegern, Songwritern und Arrangeuren in der Blockchain zu speichern. Wird sodann das Musikstück irgendwo abgespielt, so könnten die Anteilseigner – entsprechend des Anteils – direkt bezahlt werden.

Somit wäre die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (kurz: GEMA), die eine Zwischeninstanz darstellt, überflüssig. Ohne Zwischeninstanz würden auch die Tantiemen für die Künstler steigen – schlussendlich ist der Verwaltungsaufwand derart hoch, sodass von der GEMA Millionen verschlungen werden.

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Auch bei Vermietungen könnte die Zwischeninstanz wegfallen

Ob Car-Sharing oder auch beim Vermieten der Ferienwohnungen – würde man hier die Blockchain-Technologie verwenden, so würden die Plattformen, die bei derartigen Geschäften immer eine Zwischeninstanz darstellen, überflüssig werden. Statt des Client Server-Models würde das Peer to Peer-Modell zur Anwendung gelangen. Beim Client Server-Model bietet ein Server einen Dienst an, der sodann vom Client genutzt wird. Bei den Peer to Peer-Netzen gibt es eine derartige Rollenverteilung aber nicht. In diesem Fall ist jeder Teilnehmer ein Peer – die Dienste können somit gleichermaßen angeboten wie in weiterer Folge auch genutzt werden. Das heißt, dass man über die Peer to Peer-Möglichkeit einen Vertrag anbieten kann, der sich selbst ausführt. Ist man identifiziert und hat eine gültige Zahlungsmethode hinterlegt, so kann in weiterer Folge die Wohnung oder das Auto gemietet werden.

In diesem Fall spricht man von Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Computerprotokolle, die direkt in die Blockchain implementiert werden und in weiterer Folge Verträge abbilden, sodann überprüfen und auch am Ende ausführen.

Keine Manipulation möglich

Aufgrund der Tatsache, dass die Daten aufeinander aufbauend gespeichert werden, kann man die in der Blockchain gespeicherten Datensätze nachträglich auch nicht mehr verändern – wäre das nämlich möglich, so würde die Integrität des Gesamtsystems beschädigt werden. Somit kann behauptet werden, eine Datenmanipulation kann wohl ausgeschlossen werden. Zudem ersetzt der dezentrale Konsensmechanismus auch die Notwendigkeit einer dritten Instanz, die als vertrauenswürdiges Zwischenstück agiert.

Würde man etwa Grundbucheinträge mit Hilfe der Blockchain-Technologie speichern, so wäre eine nachträgliche Veränderung ebenfalls nicht möglich. Somit wäre der Besitzer einer Immobilie sicher vor Landraub wie auch vor Betrug geschützt, da problemlos nachgewiesen werden könnte, wer in das Grundbuch eingetragen wurde.

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