10 Mythen rund um die Blase - scinexx | Das Wissensmagazin
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10 Mythen rund um die Blase

Wertvolles Wissen zu unserem Harnsystem

Symbolbild Harnblase
© istock.com, Natali_Mis

Auch im 21. Jahrhundert ist der menschliche Intimbereich noch kein Thema für Tischgespräche. Kein Wunder also, dass sich manch kuriose Mythen um die Regionen unterhalb der Gürtellinie ranken. Doch an welchen Mythen ist tatsächlich etwas Wahres dran?

Mythos 1: Bei zu viel Harndrang kann die Blase platzen

Die nächste Raststätte ist noch Kilometer entfernt, aber die Blase drückt bereits schmerzvoll. Es drängt sich die beunruhigende Frage auf: Kann die Blase eigentlich platzen? Die Antwort: Nein – jedenfalls nicht durch Harndrang. Eine menschliche Blase fasst höchstens 1,5 Liter Flüssigkeit, dann muss sie entleert werden. Wer trotz Harndrang nicht die Toilette besucht, kann einen Rückstau bis in die Nieren riskieren. Auf Dauer kann das zu einer ernsten Urinvergiftung (Urosepsis) führen.

Mythos 2: Inkontinenz ist ein sehr seltenes Phänomen

Nein, eindeutig nicht! In Deutschland haben rund 9 Millionen Menschen persönliche Erfahrungen mit Inkontinenz. Weltweit sind es geschätzt mehr als 200 Millionen Menschen, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch höher. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer: In Deutschland haben rund 25 Prozent der Damen eine schwache Blase. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Therapiemöglichkeiten, die das Leben mit Inkontinenz erleichtern.

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Mythos 3: Wer weniger trinkt, muss weniger oft zur Toilette

Das ist zwar theoretisch richtig, aber nicht gesund. Eine geringe Trinkmenge führt zu hochkonzentriertem Harn und reizt die Blase, sodass der Harndrang sogar zunehmen kann. Darüber hinaus ist eine ausreichende Trinkmenge für die Aufrechterhaltung der gesunden Körperfunktionen essenziell.

Mythos 4: Auf einer kalten Mauer gesessen? Blasenentzündung!

Jein, Kälte allein verursacht noch keine Blasenentzündung. Eine Infektion wird erst durch Keime ausgelöst, die in die Harnröhre gelangen. Wer eine empfindliche Blase hat, sollte sich dennoch vor Kälte schützen, also die Füße warm halten und nicht zu lange auf kalten Flächen sitzen. Kälte kann das das Immunsystem schwächen und damit auch das Risiko für Entzündungen erhöhen.

Mythos 5: Blasenschwäche ist nur ein Thema für ältere Menschen

Richtig ist, dass Inkontinenz bei älteren Menschen häufiger auftritt. Nach neueren Studien haben 20 bis 36 Prozent der über 40-Jährigen Erfahrung mit Inkontinenz. Bei Personen über 80 sind es schon zwischen 40 und 50 Prozent. Aber auch vielen jungen Menschen ist das Thema nicht fremd: In der Altersgruppe der Frauen zwischen 20 und 30 Jahren leben etwa zehn Prozent mit Blasenschwäche.

Mythos 6: Eine gründliche Intimhygiene tötet Blasenkeime

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Aggressive Seifen oder Duschgels können das empfindliche Intimmilieu stören und die natürliche Bakterienflora aus dem Gleichgewicht bringen. Unerwünschte Keime können sich dann sogar noch leichter ausbreiten. Für die schonende Intimhygiene sollte der Intimbereich daher nur mit lauwarmem Wasser gereinigt und danach gründlich abgetrocknet werden.

Mythos 7: Es ist gesund, Eigenurin zu trinken

Angeblich soll die Einnahme von Eigenurin das Immunsystem stärken. Urin ist jedoch ein Abfallprodukt des Körpers, das im Wesentlichen aus Wasser, Harnstoff und Elektrolyten besteht. Es hat daher weder Vorteile noch Nachteile, ihn zu trinken. Das dürfte einige erleichtern.

Mythos 8: Urin macht die Schuhe angenehm weich

Das ist tatsächlich korrekt – aber Wasser hat den gleichen Effekt: einfach die Schuhe mit angefeuchtetem Zeitungspapier ausstopfen und über Nacht einwirken lassen.

Mythos 9: Mit Inkontinenz haben nur Frauen zu tun

Die Blasenschwäche ist zwar bei Frauen ausgeprägter, aber auch rund elf Prozent der deutschen Männer haben Erfahrung mit Inkontinenz. Insbesondere in den höheren Altersgruppen ist der Anteil der Männer und Frauen ungefähr gleich.

Mythos 10: Nur Frauen haben einen Beckenboden

Auch wenn es nur selten thematisiert wird: Männer haben selbstverständlich ebenfalls einen Beckenboden, und der sollte trainiert werden! Er dient zur Stabilisierung der Wirbelsäulenmuskulatur und sorgt dafür, dass der Penis sich aufrichten kann. Übrigens: Beckenbodentraining kann bei Männern auch ein wirkungsvolles Mittel gegen leichte Erektionsschwierigkeiten sein.

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