Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Dienstag, 16.03.2010
Erwachsensein beginnt fünf Jahre nach dem Stimmbruch
Schlafforscher: Pubertät dauert fünf bis sechs Jahre
In Bezug auf das Schlafverhalten beginnt das Erwachsenenalter beim Menschen fünf bis sechs Jahre nach den ersten Anzeichen der Pubertät. Dies haben jetzt Baseler Forscher herausgefunden, die die Schlaf-Wach-Phasen bei Jugendlichen in der Zeit nach der ersten Menstruation und dem Stimmbruch untersuchten. Sie berichten über die Ergebnisse ihrer neuen Studie im Fachmagazin „PlosOne“.

Rätsel Schlaf
Rätsel Schlaf
© Hermera
Die Pubertät geht bekanntlich beim Menschen mit großen physiologischen und psychologischen Veränderungen einher. Doch noch immer ist nicht endgültig geklärt, wann diese manchmal schwierige Zeit für Jugendliche aufhört.

Schlafdauer nimmt ab
Wissenschaftler der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel haben nun eine Umfrage über das Schlaf-Wach-Verhalten und den Zeitpunkt der so genannten Menarche - des ersten Auftretens der Menstruation - unter weiblichen Jugendlichen gemacht. Ziel war es, einen chronophysiologischen Marker für das Ende der Adoleszenz beziehungsweise für den Beginn des Erwachsenenalters zu finden.

In der Studie konnten die Chronobiologen zeigen, dass die weiblichen Jugendlichen in den ersten fünf Jahren nach Auftreten der Menarche während der Schultage immer später ins Bett gehen und somit die Schlafdauer abnimmt, da die Aufstehzeiten unverändert früh angesetzt sind. An den Wochenenden kompensieren sie jeweils ihr Schlafmanko, das bis zwei Stunden betragen kann, indem sie ausschlafen.

Beginn des Erwachsenenalters identifiziert
Interessanterweise normalisiert sich dieses Schlaf-Wach-Verhalten ab dem sechsten Jahr nach der Menarche und nähert sich langsam dem Muster eines Erwachsenen an. Die Studie lässt damit den Schluss zu, dass fünf bis sechs Jahre nach der Menarche das Erwachsenenalter beginnt. Ähnliches gilt auch für männliche Jugendliche, für die anstatt der Menarche der Zeitpunkt des Stimmbruches als unabhängige Variable verwendet wurde.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Schlafen, Innere Uhr, Menstruation, Pubertät, Stimmbruch, circadianer Rhythmus, Schlaf-Wach-Phasen, Erwachsenenalter
Weitere News zum Thema
Schlafende Sonne kein Klimaretter (11.03.2010)
Anhaltendes Minimum der Sonnenaktivität würde globale Erwärmung kaum abschwächen
Macht Schlaf Kinder schlau? (24.02.2010)
Neues Projekt untersucht Auswirkungen auf die Lernleistung
Angstschweiß bringt Menschen zum Fürchten (16.10.2009)
Geruch aktiviert unbewusst Angstzentrum im Gehirn
Arktische Bakterien: manche mögen’s heiß (18.09.2009)
Ungewöhnlich große Mengen an wärmeliebenden Bakterien in der Arktis gefunden
Nächtlicher Gang zum Kühlschrank macht tatsächlich dick (08.09.2009)
Essen gegen den Biorhythmus fördert die Gewichtszunahme
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Diaschauen zum Thema
Winterschlaf
Gehirnforschung
Dossiers zum Thema
Die innere Uhr
Was lässt uns ticken?
Träumen
Wenn das Gehirn eigene Wege geht...
Illusion und Wirklichkeit
Die visuelle Wahrnehmung des Menschen auf Irrwegen
Rätsel Winterschlaf
Wie Tiere die kalte Jahreszeit überbrücken
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
Elektrische Synapsen
„Aschenputtel“ unter den Zellkontakten
Der Kitt denkt mit
Geheimnisvolle Gliazellen im Gehirn
News des Tages
Nichts-tun verändert das Gehirn
Erwachsensein beginnt fünf Jahre nach dem Stimmbruch
Erster vollautomatischer Pollenmonitor der Welt
Anti-Aging für die Straße
Hepatitis B: Hefepilze liefern günstige Impfstoffe
Zellkern: Shuttle-Service für große Moleküle entlarvt
Lichtwellenpaket als Elektronen-Schleuder
Schweinegrippe breitet sich immer weiter aus
Bücher zum Thema
Das Schlafbuch
Warum wir schlafen und wie es uns am besten gelingt von Peter Spork
Wunder Mensch
Eine Reise durch unseren Körper von Alexander Tsiaras und Barry Werth
Der Beobachter im Gehirn
Essays zur Hirnforschung von Wolf Singer
Medizin für das Gehirn
Hrsg. Spektrum der Wissenschaft
Top-Clicks der Woche
1. Neue Belege für “Schneeball Erde”
2. Galaxien-Explosion stoppte junges Universum
3. Einsteins Relativitätstheorie auf kosmologischen Distanzen bestätigt
4. Gehirn liebt keine Überraschungen
5. Schlafende Sonne kein Klimaretter