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Mittwoch, 27.07.2016
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Joghurt peppt Batterien auf

Neuer Energiespeicher mit umweltfreundlicheren Inhaltsstoffen entwickelt

Was hat Joghurt mit Lithium-Ionen-Batterien zu tun? Offenbar eine ganze Menge. Denn Münsteraner Wissenschaftler haben jetzt eine neue Batterie mit umweltfreundlicheren Inhaltsstoffen entwickelt, die auch in Lebensmitteln eingesetzt werden - zum Beispiel in Joghurt.
Ziel der Forscher um Professor Martin Winter vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster ist die Weiterentwicklung der herkömmlichen Batterietechnologie in automobiltaugliche Lithium-Groß-Batterien.

„Die Inhaltsstoffe sind dabei der Schlüssel“, betont Gerhard Hörpel, Experte für Batteriematerialentwicklung. Der Durchbruch für die Wissenschaftler bei ihrer Suche nach umweltfreundlicheren Materialien kam durch die völlig unkonventionelle Herangehensweise: Bei der Wahl der Inhaltsstoffe für die Batterien haben die Forscher Anleihen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln gemacht.

Zellulose sorgt für die richtige Konsistenz


Sie ersetzten nun die herkömmlichen Binder aus fluorierten Kunststoffen, die die Elektrodenmaterialpulver auf den Stromableiterfolien fixieren, durch eine Zelluloseverbindung, die zum Beispiel auch in Joghurt für die richtige Konsistenz sorgt.


Die Vorteile des „Joghurt-Materials“ in Batterien liegen nach Angaben der Wissenschaftler auf der Hand: „Die Lithium-Ionen-Batterien können energieeffizienter hergestellt werden, sie produzieren dabei weniger Emissionen, und schließlich lassen sie sich später besser recyceln“, sagt Hörpel. Sein Kollege Stefano Passerini hat dafür einen passenden Slogan geprägt: „Towards a greener Future.“

Hannover-Messe als Schaufenster


Die Batterien sollen durch ihren Einsatz in Elektroautos den Fahrkomfort verbessern, vor allem aber die Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit steigern.

„Wir wollen Lithium-Ionen-Batterien für den Einsatz im Auto entwickeln. Diese Batterien haben dreimal soviel Energiepotential wie herkömmliche Autobatterien. Das würde zumindest für den Pendlerverkehr reichen, zumal, wenn man das Auto beim Parken an der Steckdose auflädt“, so Winter. Die Forscher stellen ihre „grüneren“ Batterien vom 20. bis zum 24. April 2009 auf dem weltweit bedeutendsten Technologieereignis, der Hannover-Messe, vor.
(idw - Universität Münster, 20.04.2009 - DLO)