• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 30.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Körper repariert Arthrose selbst

Knorpelartige Vorläuferzellen in erkranktem Gewebe entdeckt

Arthrose entsteht, wenn Knorpel in den Gelenken schwindet. Doch offenbar hat unser Körper für diesen Fall Reparaturvorgänge in der Hinterhand. Denn Göttinger Forscher haben jetzt einen möglichen Weg entdeckt: Im Knorpelgewebe von Patienten mit späten Stadien der Kniegelenks-Arthrose fanden sie eine bisher unbekannte Population von stammzellartigen Vorläuferzellen.
Arthrose

Arthrose

„Diese Stammzellen bieten neue Ansatzpunkte, um das Heilungsvermögen von Knorpelgewebe zu beeinflussen. Da diese Zellen knorpelähnliches Ersatzgewebe produzieren, könnten sie der Grundstein für eine neue zellbiologische Behandlungsform der Arthrose sein“, sagt Professor Dr. Nicolai Miosge von der Universitätsmedizin Göttingen im Fachjournal „Cell Stem Cell“.

Knorpelartige Vorläuferzellen


„Knorpelartige Vorläuferzellen“ nennen die Göttinger Wissenschaftler die Zellen, die sie im Knorpelgewebe von Patienten mit späten Stadien der Arthrose entdeckt haben. Die Zellen sind reifen Knorpelzellen schon sehr ähnlich. Sie produzieren knorpelartiges Gewebe und sind befähigt zu wandern. Im gesunden Knorpel kommen diese Zellen nicht vor.

„Die genaue Herkunft dieser Zellen ist noch unklar. Aber es ist durchaus möglich, dass sie aus dem Knochenmark in das erkrankte Knorpelgewebe eingewandert sind“, erklärt Miosge. Vorherige Untersuchungen legten nahe, dass erkrankter Knorpel Zellen enthält, die Reparaturvorgänge im Gewebe bewirken können. Miosge: „Es besteht die Möglichkeit, dass stammzellartige Zellen aus dem Knochenmark angelockt werden.“


Zellen mit Stammzellcharakter


Dieser Idee sind Miosge und sein Forscherteam auf den Grund gegangen. Sie haben untersucht, ob es Zellen im erkrankten Knorpelgewebe gibt, die Stammzellcharakter haben und so mobil sind, dass sie ins Knorpelgewebe einwandert sein können. Gefunden und beschrieben haben die Göttinger Grundlagenforscher eine bisher unbekannte Vorläuferzellpopulation, die es offenbar nur im erkrankten Knorpelgewebe gibt. Diese Entdeckung könnte der Ausgangspunkt für eine mögliche zellerneuernde Therapie bei Arthrose sein.

„Wir hoffen, dass diese knorpelartigen Vorläuferzellen so verändert werden können, dass sie wieder gesundes Knorpelgewebe herstellen“, sagt Miosge. Doch der Weg zu einer möglichen Zelltherapie der Arthrose ist noch lang.

Untergang von Knorpelzellen


Arthrose oder Osteoarthrits ist eine chronisch degenerative Erkrankung besonders der großen Gelenke. Sie ist durch den fortschreitenden Untergang von Knorpelzellen und der Zersetzung des die Zellen umgebenden Geflechtes von großen Biomolekülen, insbesondere von Kollagenen, gekennzeichnet. Dadurch verschlechtert sich die Fähigkeit des Knorpelgewebes dem Druck, der auf ihm durch das Körpergewicht lastet, standzuhalten.

Dies führt nach einigen Jahren zu einer vollständigen Zerstörung des Gelenkes. Osteoarthritis ist die häufigste Erkrankung des Skelettsystems von älteren Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass Arthrose im Jahr 2020 die vierthäufigste Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit sein wird.
(idw - Universitätsmedizin Göttingen, 09.04.2009 - DLO)
 
Printer IconShare Icon