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Freitag, 10.02.2012
Astronomische Nebel in 3-D
Forscher entwickeln neues Verfahren zur 3D-Rekonstruktion
Braunschweiger Informatiker haben gemeinsam mit mexikanischen Astronomen ein Computerprogramm entwickelt, das astronomische Nebel als dreidimensionale, interaktive Modelle darstellt. Die Wissenschaftler wollen so wichtige Erkenntnisse über deren plastische Gestalt erhalten.

3D-Rekonstruktion eines astronomischen Nebels
3D-Rekonstruktion eines astronomischen Nebels
© TU Braunschweig 3D-Rekonstruktion eines astronomischen Nebels
Seit jeher faszinieren uns die Sterne. Doch was passiert an ihrem Lebensende? Manche von ihnen hinterlassen eine leuchtende Gaswolke, einen astronomischen Nebel. Passend zum Jahr der Astronomie 2009 können wir eindrucksvolle Bilder solcher Nebel in vielen Zeitschriften und Magazinen bestaunen, doch konkrete Informationen über ihre räumliche Struktur fehlten bislang. Denn wir sehen astronomische Nebel von der Erde aus immer nur aus einer Perspektive.

Exaktes Nebelmodell
Ein neues Computerprogramm des Instituts für Computergraphik der Technischen Universität (TU) Braunschweig kann anhand von Fotos ein physikalisch plausibles 3D-Modell von astronomischen Nebeln zu erzeugen. Der große Vorteil der neuen Entwicklung: Das Programm benötigt nur wenige Sekunden, um ein interaktives Modell zu erstellen, durch das der Benutzer in Echtzeit hindurch oder drumherum fliegen kann.

Das Programm geht zunächst davon aus, dass der Nebel symmetrisch ist. Mit Hilfe dieser Annahme wird das Originalbild dreidimensional reproduziert. Allerdings sind astronomische Nebel in Wirklichkeit nicht exakt spiegelgleich, aber mit dem neuen Verfahren lässt sich das erstellte 3D-Model individuell verändern. So kann das Nebelmodell automatisch exakt an Fotos angepasst werden.

Realistische Weltraumspaziergänge
Diese Entwicklung ist nach Angaben der Forscher zum Beispiel für Planetarien interessant. Den Besuchern können realistische Weltraumspaziergänge präsentiert werden. Eine Zusammenarbeit der Wissenschaftler mit dem Wolfsburger Planetarium ist bereits geplant. Aber auch in der astronomischen Forschung wird das Verfahren schon eingesetzt, um die Vorgänge in astronomischen Nebeln besser zu verstehen.

Der Braunschweiger Forscher Stephan Wenger und der mexikanische Wissenschaftler Juan Aja Fernández von der Universidad Nacional Autónoma de México haben ihre Entwicklung im Februar 2009 auf der International Conference on Computer Graphics and Visualization and Computer Vision präsentiert.
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