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Mittwoch, 29.03.2017
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Artensterben: Kein Ende in Sicht

WWF fordert "Globalen Schutzschirm" für bedrohte Spezies

In ihrem Biodiversitätsziel 2010 haben sich die Vereinten Nationen im Jahr 2002 dazu verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt bis zu dem Jahr entscheidend zu reduzieren. Doch dabei scheint die UN auf breiter Front zu scheitern. Darauf haben Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie der WWF anlässlich des Internationalen Tages des Artenschutzes am 3. März hingewiesen.
Artenvielfalt

Artenvielfalt

„Von dem UN-Ziel sind wir noch viel zu weit entfernt“, sagt WWF-Artenschutzreferent Frank Barsch. Auch die EU-Staaten, die sich sogar darauf verständigt hatten, das Artensterben bis 2010 in Europa komplett zu stoppen, hätten bisher bei weitem nicht genügend Anstrengungen unternommen.

Größtes Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier


„Das menschenverursachte Artensterben schreitet mit unverminderter Härte voran“, warnt deshalb WWF-Experte Barsch. So befinden sich beispielsweite 1.141 der 5.488 bekannten Säugetierarten auf der Roten Liste, bei den Amphibien ist gar jede dritte bekannte Art bedroht. Die Dunkelziffern dürften unterdessen nach Ansicht des WWF noch wesentlich höher liegen, da viele Arten verschwinden, bevor sie überhaupt entdeckt werden. Die Hauptgründe hierfür sind vermutlich durchweg vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau und Wilderei, Übernutzung und Lebensraumzerstörung. Wenn die UN ihr Biodiversitätsziel 2010 noch erreichen wolle, seien wesentlich härtere Anstrengungen als bisher notwendig.

„Wir benötigen einen globalen Schutzschirm für bedrohte Arten“, fordert Barsch. Ein weltweites Maßnahmenpaket sieht der WWF-Experte als einzige Chance um das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier überhaupt noch aufhalten zu können. „Es gilt den Klimawandel zu bekämpfen, die Lebensraumvernichtung zu stoppen und die Nutzung der natürlichen Ressourcen nachhaltig zu gestalten.“


Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Klimawandel zerstört Lebensräume


Ähnlich äußerte sich auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Er warnte vor allem vor den Auswirkungen des Klimawandels auf die Artenvielfalt. Die Erderwärmung zerstöre das Gleichgewicht von Ökosystemen und die Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen. Das Zu- und Abwandern einiger Arten in für sie angenehmere Regionen wirke sich negativ auf den Bestand anderer dort lebender Arten aus. Besonders gefährdet seien auch empfindliche Biotope wie Moore oder die Alpen.

Nach Berechnungen des Bundesamtes für Naturschutz seien durch den Klimawandel bis Ende dieses Jahrhunderts rund ein Drittel der in Deutschland vorkommenden Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Um Natur- und Klimaschutz stärker zu verknüpfen, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger von der Bundesregierung ein Aktionsprogramm zum Erhalt der Artenvielfalt.

„Die Zerstörung vieler Ökosysteme und Lebensräume durch intensive Landwirtschaft und die Zerschneidung von Landschaften macht es Tieren und Pflanzen nahezu unmöglich, sich dem Klimawandel anzupassen. Es fehlt ihnen Raum zum Ausweichen. Anstatt weitere Gewerbegebiete oder neue Straßen zu bauen, müssen mehr grüne Wanderkorridore für die bedrohten Tiere und Pflanzen eingerichtet werden“, so Weiger.

Wegenetz für Wildkatzen


Derzeit arbeite der BUND an der Planung eines 20.000 Kilometer langen Wegenetzes vor allem für die in den heimischen Wäldern lebenden seltenen Wildkatzen. Isolierte Populationen sollen die Möglichkeit erhalten, über mit Büschen und Bäumen bewachsene Pfade zu wandern. Eine besondere Aufgabe sieht die Umweltorganisation auch im Erhalt natürlicher Buchen- und Auenwälder. Diese seien Heimat vieler Arten und wichtige CO2-Senken. Buchen- und vor allem Mischwälder könnten außerdem klimabedingt stärker werdenden Orkanen, Trockenperioden und möglichem Schädlingsbefall besser widerstehen.

Weiger: „Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2010 das Artensterben zu stoppen. Dafür reichen die bisherigen Anstrengungen bei weitem nicht aus. Damit dieses Ziel erreichbar bleibt, muss auch beim Klimaschutz deutlich zugelegt werden. Die vom Klimawandel bedrohten Tiere und Pflanzen zeigen, dass das gesamte Ökosystem der Erde auf der Kippe steht. Erforderlich sind endlich wirksame internationale Übereinkommen für mehr Klima- und Artenschutz. Der 2009 stattfindende Weltklimagipfel muss dafür die entscheidenden Weichen stellen.“

Tag des Artenschutzes immer am 3. März


Der Tag des Artenschutzes ist im Jahr 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens eingeführt worden und findet jährlich am 3. März statt. Durch das Abkommen sollen bedrohte wildlebende Tier- und Pflanzenarten geschützt werden.
(WWF/BUND, 03.03.2009 - DLO)
 
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