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Donnerstag, 09.02.2012
Wetterkatastrophen: Entwicklungsländer besonders stark betroffen
Germanwatch veröffentlicht Klima-Risiko-Index 2009
In vielen Industrienationen steigen die jährlichen Schäden durch extreme Wettereignisse, am heftigsten unter Wetterkatastrophen zu leiden haben aber Entwicklungsländer. Dies geht aus dem Klima-Risiko-Index 2009 hervor, den Germanwatch anlässlich des heute beginnenden Extremwetterkongresses in Bremerhaven vorgestellt hat. Laut dem Report gelingt es in diesen Regionen der Erde weitaus weniger mit den heftigen Folgen von Überschwemmungen, Stürmen und anderen Wetterextremen umzugehen.

Zyklon Nargis über Myanmar
Zyklon Nargis über Myanmar
© NASA/ MODIS/ GSFC/ Jeff Schmaltz/ Jesse Allen Zyklon Nargis über Myanmar
„Die weltweiten Emissionen lagen 2007 über allen Szenarien des vierten Berichtes des Weltklimarates, es ist sehr wahrscheinlich, dass auch die Prognosen zu Starkwetterereignissen übertroffen werden. Die Hauptbetroffenen des globalen Klimawandels sind die Menschen in den ärmsten Ländern, sie müssen im Fokus der Diskussion stehen. Es geht darum, das Unvermeidbare zu bewältigen und das Unbewältigbare zu verhindern. Der Extremwetterkongress wird einer breiteren Öffentlichkeit die Folgen des Klimawandels in Nord und Süd deutlich machen", erläuterte Stefan Rostock, Klimareferent bei Germanwatch.

15.000 Tote bei extremen Wettereignissen
Der Klima-Risiko-Index zeigt: Mehr als 15.000 Menschen sind im Jahr 2007 weltweit bei extremen Wettereignissen ums Leben gekommen, circa 80 Milliarden Dollar Schäden wurden verursacht. Basierend auf Daten der Münchener Rück wurde bei der Analyse deutlich, dass Bangladesch im Jahr 2007 am stärksten betroffen war, vor Nordkorea und Nicaragua. Faktoren waren dabei die Anzahl der Todesopfer in absoluten Zahlen und gemessen an der Einwohnerzahl, als auch die monetären Kosten der Schäden, die verursacht wurden.

Um die Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Folgen von extremen Wetterereignissen und bei der Vorsorge systematisch und verlässlich zu unterstützen, engagiert sich Germanwatch bei der Munich Climate Insurance Initiative (MCII), einem internationalen Expertennetzwerk. Christoph Bals, Geschäftsführer von Germanwatch und Vorstandsmitglied der Initiative: „Mit einem Mischsystem aus privater und öffentlicher Klimaversicherung könnte sichergestellt werden, dass ärmere Länder den erforderlichen Schadensausgleich erhalten und sich besser an die Folgen anpassen können.“

Industrienationen Hauptverursacher des Klimawandels
MCII präsentierte auf dem Klimagipfel in Posen einen Entwurf, wie eine Versicherungslösung für weniger entwickelte Länder aussehen könnte, finanziert primär nach dem Verursacherprinzip. „Die Industrienationen sind völkerrechtlich und moralisch dazu verpflichtet, sich hier zu engagieren, da sie historisch gesehen die Hauptverursacher des Klimawandels sind. Es ist daher ein wichtiges Signal, dass die EU jetzt auch solch ein Versicherungsinstrument prüfen will“, so Bals.

Sven Harmeling von Germanwatch weist darauf hin, dass manche Projekte in Entwicklungsländern beispielhaftes Engagement beweisen, um den Folgen des Klimawandels nicht mehr tatenlos gegenüber zu stehen. „Nicht zuletzt Bangladesch ist hier eines der wirklichen Vorzeigebeispiele, wo es viele Initiativen staatlichen und nichtstaatlichen Ursprungs gibt, die das Land besser auf Risiken des Klimawandels vorzubereiten.“

Ausmaß des Klimawandels begrenzen
Hierzu zählen beispielsweise überschwemmungssichere, höher gelegene Schutzhütten oder Kornspeicher, die Ernten vor Stürmen sichern. Darum arbeitet Germanwatch mit Partnern wie dem evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt daran, über gute Praxisbeispiele der Anpassung an den Klimawandel zu informieren und diese zu unterstützen und damit die Zivilgesellschaft vor Ort zu stärken.

„Doch hier in Bangladesch lässt sich auch erahnen, dass all diese Maßnahmen die Menschen nicht schützen können, wenn es nicht gelingt, das Ausmaß des Klimawandels zu begrenzen“, so Harmeling. Klimaschutz müsse deshalb massiv vorangetrieben werden.
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