• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 30.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Rätsel der sizilianischen Kindermumie gelöst

Erste Einbalsamierung mit Formalin

Das Geheimnis um die Konservierungsmethode einer ungewöhnlich gut erhaltenen Kindermumie in Palermo haben zwei Forscher gelüftet. Das seit 88 Jahren tot Mädchen wurde mit einer Mischung behandelt, die unter anderem Formalin enthielt.
Der Körper von Rosalia Lombardo gilt als die bekannteste Kindermumie Siziliens

Der Körper von Rosalia Lombardo gilt als die bekannteste Kindermumie Siziliens

Rosalia Lombardo ist die bekannteste der 2.000 Mumien der Kapuzinergruft in Palermo und gilt als touristische Attraktion. Sie ist 1920 im Alter von zwei Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Nach 88 Jahren ist ihr kindliches Gesicht noch so gut erhalten, dass selbst feinste Härchen zu erkennen sind. Eine Haarschleife hält ihre Haare zusammen und einige Locken fallen ihr in die Stirn. Ihr Anblick erweckt fast den Anschein als würde sie nur schlafen. Ihr Körper war durch eine eingespritzte chemische Substanz so gut erhalten geblieben. Die Zusammensetzung der Injektion war jedoch bislang unbekannt.

Erst nachdem die Mumienforscher Albert Zink und Dario Piombino- Mascali am Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) die Familiengeschichte des sizilianischen Einbalsamierers Alfredo Salafia rekonstruiert und lebende Nachfahren ausfindig gemacht hatten, konnten die Wissenschaftler anhand seiner Notizen die Zusammensetzung der Formel enthüllen.

"Die Injektion bestand aus Formalin, Glyzerin, Zinksalze, Alkohol und Salizylsäure. Zusätzlich wurde das Gesicht mit in Äther aufgelöstes Paraffin behandelt, um es so natürlich wie möglich zu konservieren.", erklärt der EURAC- Anthropologe Dario Piombino-Mascali. Die Lösung, die der Einbalsamierer Salafia 1920 verwendet hatte, zählt zu den ersten Beispielen, in denen Formalydehyd in der menschlichen Einbalsamierung verwendet wurde. Nun arbeiten die Forscher an einer Methode, mit der die Mumie weiterhin optimal konserviert und so vor dem Verfall geschützt werden kann.
(Europäische Akademie Bozen - European Academy Bozen/Bolzano, 11.02.2009 - NPO)
 
Printer IconShare Icon