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Donnerstag, 24.05.2012
„Renewables 2004“: Biomasse statt Kohle?
WWF will Chancen für nachhaltige Energieversorgung nutzen
Zum Auftakt der internationalen Konferenz für erneuerbare Energien in Bonn hat der WWF verbindliche Vereinbarungen zum Ausbau von klimaschonenden Energieträgern wie Sonne, Wind und Biomasse gefordert.

Treibhausgasemissionen
Treibhausgasemissionen
© IMSI MasterClips
Die OECD-Länder könnten bis 2020 etwa 15 Prozent ihrer Stromgewinnung von Kohle auf Biomasse umstellen. Dadurch ließe sich ihr Kohlendioxid-Ausstoss um eine Milliarde Tonnen pro Jahr senken. Strom aus nachwachsenden Rohstoffen könne rund 400 konventionelle Kohlekraftwerke ersetzen. Dabei komme der Europäischen Union eine große Verantwortung zu. Sie müsse ihrer Vorreiterrolle gerecht werden und bis 2020 den Anteil der regenerativen Energien bei der Stromerzeugung auf mindestens 25 Prozent ausbauen.

Die Naturschutzorganisation erhofft sich von der Bonner Konferenz neue Impulse für die internationale Zusammenarbeit. „Angesichts weltweit steigender Ölpreise werden erneuerbare Energien nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich immer attraktiver“, betont Jennifer Morgan vom WWF auf der „Renewables 2004“. Der WWF hofft auf möglichst viele konkrete Vereinbarungen zum Ausbau der sauberen Energien. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn in Bonn müsse man sich nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, sondern könne innovative Projekte vereinbaren und vorantreiben.

Impulse für den wirtschaftlichen Aufschwung?
Der WWF erhofft sich vom Ausbau der regenerativen Energien erhebliche Impulse für den wirtschaftlichen Aufschwung. Eine aktueller Report der Naturschutzorganisation zeigt, dass ein Umsteuern von der Kohleverstromung zu einer verstärkten Nutzung von Biomasse für rund 400.000 neue Arbeitsplätze sorgen könnte. „Um zu den Gewinnern der Energiewende zu gehören, müssen die Weichen rechtzeitig gestellt werden“, erklärt Jennifer Morgan. Die Bonner Konferenz biete für Regierungen, Industrie und Entwicklungsbanken hierzu eine große Chance. Künftig müsse der größte Teil der Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Für dieses ehrgeizige Ziel müsse Bonn ein klares Signal setzen. Denn regenerative Energien entschärfen nicht nur die Folgen des Klimawandels, sie eignen sich zudem, um den Ärmsten der Welt Zugang zu Strom und Wärme zu verschaffen.

"Klima-Gipfel gab es genug"
Auch die Klimaschutzorganisation "Germanwatch" hat am ersten Tag der Konferenz eine breite Koalition angeregt. "Germanwatch"-Experte Christoph Bals forderte im Gespräch mit dem ARD-Nachrichtenportal tagesschau.de die Selbstverpflichtung möglichst vieler Bonner Konferenz-Teilnehmerstaaten auf einen höheren Anteil an
erneuerbaren Energien. Es solle regelmäßig überprüft werden, ob die
Selbstverpflichtung eingehalten werde.

"Was wir brauchen, ist ein funktionierender Prozess und kein einmaliger Gipfel. Davon hatten wir genug in der Vergangenheit", so Bals mit Blick auf das festgefahrene Klimaabkommen von Kyoto. "Wenn es gelingt, für Kyoto auf diese Weise einen 'By-Pass' zu legen, könnte das in Zukunft auch in anderen Politikbereichen gelingen. Dann ist die Konferenz ein Erfolg gewesen."

Besondere Bedeutung hat nach Bols Worten die Entwicklung in China. Sollte es dort ein Gesetz zu den erneuerbaren Energien geben, wäre dies ein "riesiger Durchbruch", da die Preise für die Technologien der erneuerbaren Energien "dadurch schnell nach unten gedrückt werden".
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