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Montag, 30.05.2016
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"Methusalem-Gen" identifiziert

100-jährige Europäer besitzen Variation des FOXO3A-Gens

Eine Variation im Gen FOXO3A übt einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung des Menschen aus und tritt auffällig häufig bei 100-Jährigen auf - und zwar vermutlich weltweit. Dies haben jetzt Kieler Forscher in einer neuen Studie bestätigt, in der sie DNA-Proben von 388 hundertjährigen Deutschen mit 731 jüngeren Personen verglichen.
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Bereits im September 2008 hatte ein amerikanisches Forscherteam um Bradley J. Willcox Indizien dafür gefunden, dass eine Anreicherung dieser Genvariation bei langlebigen Amerikanern (95 Jahre und älter) japanischer Herkunft vorliegt.

Letzte Zweifel ausgeräumt


„Solch ein Ergebnis hat jedoch nur wissenschaftlichen Wert, wenn es in einer unabhängigen Studienpopulation bestätigt wird. Sonst haftet ihm immer ein Hauch von Zweifel an“, erklärt Professorin Almut Nebel von der Universität zu Kiel (CAU), die zusammen mit ihren Kollegen im Wissenschaftsjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) über ihre neuen Ergebnisse berichtet.

„Für den Zusammenhang zwischen FOXO3A und Langlebigkeit haben wir diesen Zweifel jetzt ausgeräumt, sowohl mit unseren Ergebnissen aus der deutschen Stichprobe als auch mit Unterstützung unserer französischen Partner in Paris, deren Untersuchung den gleichen Trend in hundertjährigen Franzosen zeigt. Dieser Befund ist von besonderer Bedeutung, da Japaner und Europäer genetisch relativ unterschiedlich sind. Jetzt können wir davon ausgehen, dass dieses Gen für das Erreichen eines hohen Alters wahrscheinlich weltweit eine Rolle spielt.“


100-Jährige gesucht


FOXO3A ist für die genetische Altersforschung von großem Interesse, seit es in den 90er Jahren in Wurm und Fliege als altersrelevant beschrieben wurde. Aufgrund dieser Erkenntnisse beschäftigt sich die Kieler Forscher am Institut für Klinische Molekularbiologie schon seit längerem mit den menschlichen Varianten des Gens.

Friederike Flachsbart und Almut Nebel

Friederike Flachsbart und Almut Nebel

„Am schwierigsten ist es, für solch eine Studie hochbejahrte Teilnehmer zu gewinnen, insbesondere 100-Jährige. Interessanterweise sind die genetischen Effekte bei 100-jährigen Personen deutlicher zu sehen als bei 95-jährigen“, nennt Erstautorin Dr. Friederike Flachsbart die vielleicht größten Probleme im Verlaufe ihrer Studie.

Mit Unterstützung der schleswig-holsteinischen Biodatenbank Popgen, die zurzeit über 660 DNA-Proben von 100-Jährigen enthält, kann das Kieler Institut aber auf eine der weltweit größten DNA-Sammlungen von hochalten Probanden zugreifen.
(idw - Universität zu Kiel, 04.02.2009 - DLO)