• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 22.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

"Todes-Gen" setzt Agrarschädling matt

Biotechnologische Methode zur Bekämpfung der Mittelmeerfruchtfliege entwickelt

Die Mittelmeerfruchtfliege Ceratitis capitata richtet große Schäden im Obst- und Gemüseanbau an. Doch nun hat ein internationales Wissenschaftlerteam ein Verfahren entwickelt, mit dem das Problem künftig gelöst werden könnte: Den Forschern ist es gelungen, in das Insekt ein Gen mit tödlicher Wirkung einzuschleusen.
Mittelmeerfruchtfliege

Mittelmeerfruchtfliege

Es führt dazu, dass die nächste Insektengeneration noch während der Embryonalentwicklung abstirbt und damit gar nicht erst das gefräßige und fruchtzerfressende Larvenstadium erreicht, berichten die Biologen um Professor Ernst A. Wimmer von der Universität Göttingen in der Online-Ausgabe des Fachblattes „BMC Biology“.

Schädlingsbekämpfung ohne Pestizideinsatz


Gängige Programme zur Schädlingsbekämpfung ohne Pestizideinsatz basieren auf der Sterilen-Insekten-Technik (SIT). Dabei werden große Mengen von sterilisierten Insekten freigesetzt, die aufgrund unfruchtbarer Paarungen die Schädlingspopulation der nächsten Generation reduziert. Diese reproduktive Sterilität wird durch Bestrahlung erzeugt, die jedoch die Fitness der SIT-Insekten vermindert.

Die Forscher um Wimmer sind nun einen anderen Weg gegangen: Das von ihnen eingeschleuste Letalitätsgen wird durch einen Genschalter reguliert. Während der Zucht bleibt das Gen mithilfe eines Nahrungszusatzes abgeschaltet. Nach dem Freisetzen der männlichen Insekten jedoch wird es aktiviert und führt zu einem frühen Absterben der unmittelbaren Nachkommen.


Fruchtfliege mit Fluoreszenz-Markierungen

Fruchtfliege mit Fluoreszenz-Markierungen

Geringere Umweltbelastungen


Die Wissenschaftler haben den Schädling zudem mit Markierungsgenen ausgestattet, um bei einer Kontrolle der freigesetzten Individuen auf eine Markierung mit floureszierenden Stäuben verzichten zu können. Nach Angaben von Wimmer werden transgene Insekten bislang lediglich in Versuchsansätzen für die Schädlingsbekämpfung getestet.

Langfristig bietet das Verfahren jedoch die Möglichkeit, Umweltbelastungen herkömmlicher Kontrollprogramme zu verringern. Dass die biotechnologisch veränderten Schadinsekten außerhalb der Zucht nicht überleben könnten, stelle dabei ein besonderes Sicherheitsmerkmal dar, so Wimmer. Um jedoch erste Feldstudien durchführen zu können, müssten erst genaue Regularien und Rahmenbedingungen definiert werden.
(idw - Universität Göttingen, 03.02.2009 - DLO)
 
Printer IconShare Icon