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Freitag, 10.02.2012
Kein Augenkrebs durchs Handy
Studie fand keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und der Bildung von Augenkrebs
Wie gesundheitsschädlich ist die Handynutzung? Auf diese Frage gibt es bisher nur widersprüchliche Anworten. Eine neue Studie hat nun erneut keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und der Bildung von Augenkrebs finden können.

Handy
Handy
© S. Golembski
Das Aderhautmelanom (auch: malignes Uvealmelanom) ist der häufigste primäre bösartige Tumor des Auges. In Europa kommt auf 100.000 Einwohner pro Jahr ein Neuerkrankungsfall dieses Augenkrebses. Das Aderhautmelanom entwickelt sich in der Aderhaut des Auges. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter und erreicht zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ein Maximum. Ungefähr die Hälfte aller Patienten entwickeln Metastasen, die sich meist zuerst in der Leber manifestieren und oft innerhalb weniger Monate zum Tode führen.

Gibt es einen Zusammenhang?
Wissenschaftler der Medizinischen Fakultäten der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg und der Universität Duisburg-Essen haben nun in einer Studie überprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobilfunkgeräten und der Entstehung von Augenkrebs geben könnte. In der bisher weltweit größten Studie zu dieser Fragestellung wurden 459 Augenkrebs-Patienten der Universität Duisburg-Essen befragt. Die dortige Augenklinik ist ein Referenzzentrum für diese Erkrankung. Außerdem nahmen die Forscher etwa 1.150 Personen in die Kontrollgruppe auf, darunter 830 aus der "normalen" Bevölkerung, 180 Geschwister der Krebspatienten und 130 Patienten mit anderen Augenerkrankungen.

Handynutzung von Krebspatienten und Gesunden verglichen
Alle Studienteilnehmer befragten die Wissenschaftler nach ihren Handynutzungsgewohnheiten. Vier Punkte standen dabei im Mittelpunkt: ob und wie Handys genutzt werden, seit wann, wie oft telefoniert wird und die gesamte Nutzungsdauer. Zwischen 20 und 24 Prozent der Befragten nutzten kein Handy, 44 bis 47 sporadisch und 30 bis 36 Prozent regelmäßig. Dabei unterschieden sich über alle Fragen hinweg die Ergebnisse im Vergleich zwischen Patienten- und Kontrollgruppe statistisch nicht signifikant. 70 Prozent der Augenkrebs-Patienten waren älter als 55 Jahre alt.

„Wir konnten statistisch keinen Zusammenhang zwischen Augenkrebs und der Handynutzung von bis zu zehn Jahren feststellen", sagte Professor Andreas Stang vom halleschen Institut für Klinische Epidemiologie. Professor Karl-Heinz Jöckel vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie in Essen ergänzt: "Damit konnten wir das auffällige Ergebnis einer früheren, deutlich kleineren Studie nicht bestätigen". Die Wissenschaftler haben die Studienergebnisse gerade in der anerkannten Fachzeitschrift "Journal of the National Cancer Institute" (USA) veröffentlicht.
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