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Freitag, 20.01.2017
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Kaffeetrinken senkt Demenzrisiko

Koffeinkonsum im mitterlen Lebensalter mitentscheidend für Krankheitsrisiko

Wer drei bis fünf Tassen Kaffe am Tag trinkt, hat möglicherweise ein deutlich geringeres Risiko, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken, als Menschen, die keinen oder sehr wenig Kaffe trinken. Das ergab eine schwedisch-finnische Langzeitstudie zu den Einflüssen von Koffein auf das zentrale Nervensystem.
Frischer Kaffee

Frischer Kaffee

Basierend auf einer Langzeitstudie an 1.409 Menschen in Schweden und Finnland im Rahmen des North Karelia Projekts sowie der Finmonica-Studie, haben Wissenschaftler der Universität von Kuopio in Finnland, dem finnischen Institut für öffentliche Gesundheit sowie dem Karolinska Institutet in Stockholm Schweden untersucht, ob das Risiko, im Alter eine Demenzerkrankung zu entwickeln, durch den Koffeinkonsum im mitterlen Lebensalter beeinflusst wird.

Studie über mehr als 21 Jahre


Wissenschaftler hatten die Teilnehmer der Langzeitstudie in den Jahren 1972, 1977,1982 und 1987 besucht und über Fragebogen Daten zu den Ernährungsgewohnheiten und unter anderem auch dem Konsum von Kaffe oder Tee gesammelt. Dabei wurden die Kaffetrinker in drei Gruppen eingestuft: geringer Konsum von Null bis zwei Tassen täglich, gemäßigter Konsum bei drei bis fünf Tassen und hoher Konsum bei mehr als fünf Tassen täglich. Teetrinker waren kaum dabei, diese wurden daher nur in Nicht-Teetrinker und Teetrinker eingeteilt.

Erste Demenzprozesse schon im mittleren Alter


1998, nach durchschnittlich 21 Jahren, wurden die inzwischen zwischen 65 und 79 Jahren alten Teilnehmer erneut besucht und auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht. „Unser Ziel war es, einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kaffe oder Tee in mittlerem Alter und Demenz oder Alzheimer im Alter zu untersuchen, da die pathologischen Prozesse, die zu Alzheimer führen, bereits Jahrzehnte vor der klinischen Manifestation der Krankheit beginnen können“, erklärt Miia Kivipelto, Leiter der Studie und Professor an der Universität von Kuopio in Finnland sowie am Karolinska Institutet in Stockholm. „Der langfristige Einfluss von Koffein auf das Zentrale Nervensystem war bisher unbekannt.“


Gemäßigter Kaffekonsum scheint am günstigsten


Bei der Wiederuntersuchung nach rund 21 Jahren hatten 61 Teilnehmer der Langzeitstudie inzwischen eine Demenzerkrankung entwickelt, 48 davon litten an Alzheimer. Es zeigte sich, dass die gemäßigten Kaffetrinker ein niedrigeres Risiko für Demenz oder Alzheimer im Alter besaßen als diejenigen, die keinen oder nur wenig Kaffe tranken. Bei Menschen, die drei bis fünf Tassen Kaffe jeden Tag zu sich nahmen, war es sogar um 65 Prozent erniedrigt.

„In Anbetracht des hohen weltweiten Kaffeekonsums könnte unser Ergebnis bedeutsam für die Vorbeugung oder Verzögerung eines Ausbruchs von Alzheimer oder Demenz sein“, so Kivipelto. „Es muss zwar noch durch andere Studien bestätigt werden, aber es eröffnet die Möglichkeit, dass das Risiko für Demenz über die Ernährung beeinfluss werden kann. Hilfreich wäre es nun, herauszufinden, mithilfe welcher Mechanismen das Koffein seine schützende Wirkung entfaltet. Daraus könnten dann vielleicht auch neue Therapien entstehen.
(Karolinska Institutet, 15.01.2009 - NPO)
 
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