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Mittwoch, 13.12.2017
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Wie spricht Obama?

Rasse und Geschlecht beeinflussen Ausdrucksweise von Politikern

Die Ausdrucksweise von Politikern wird von Rasse und Geschlecht beeinflusst - was sich nicht immer positiv auswirkt. Es gibt aber auach Politiker, die diese Muster durchbrechen, wie beispielsweise Barack Obama. Dies ist das Ergebnis einer jetzt in der Online-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Journal of Psycholinguistic Research veröffentlichten Studie.
Camelia Suleiman von der Florida International University und Daniel O’Connell von der Georgetown University in den USA verglichen die Sprache von männlichen und weiblichen beziehungsweise schwarzen und weißen Politikern, um herauszufinden, inwieweit ethnische Zugehörigkeit und Geschlecht bei der Ausdrucksweise eine Rolle spielen.

Barack Obama spricht nicht wie andere schwarze Politiker

Barack Obama spricht nicht wie andere schwarze Politiker

Bei der Studie von Interview-Protokollen zwischen Larry King von CNN TV und Madeleine Albright, Bill Clinton, Hillary Clinton, Barack Obama, Colin Powell und Condoleeza Rice achteten sie besonders auf typische Sprachmuster der Politiker: die Zahl der gesprochenen Silben, die Verwendung von Interjektionen, Unterbrechungen, die Häufigkeit des Personalpronomens ‚Ich’, umgangssprachliche Wendungen wie ‚gonna’, y’ know’ und Gelächter.

Soziale Hierarchie auch in Ausdrucksweise erkennbar


Ihre Analyse macht deutlich, dass sich in der Sprache eine soziale Hierarchie erkennen lässt, deren man sich vielleicht gar nicht bewusst ist. Die „rangniedrigere“ Rolle von Schwarzen und Frauen offenbart sich in der Ausdrucksweise „dominanten“ weißen Männern gegenüber und sie zeigt sich unterschiedlich im Gespräch mit weißen Frauen, schwarzen Männern bzw. schwarzen Frauen. In der Tat demonstrieren gerade die Menschen ein gewisses Maß an Rassismus und Sexismus, die solche Verhaltensweisen strikt ablehnen.


Obama spricht anders als frühere schwarze Politiker


Bei der Untersuchung von Barack Obamas Sprache stellten die beiden Wissenschaftler fest, dass seine Selbstdarstellung vollkommen anders ist als die traditionelle Ausdrucksweise schwarzer Politiker wie Martin Luther King oder Jesse Jackson. Obamas Sprache hat ganz und gar nicht den Charakter einer poetischen Predigt, wie sie für die vergangene Generation afroamerikanischer Politiker typisch war. Ähnlich wie Condoleeza Rice demonstriert er Selbstvertrauen und Gelassenheit und bleibt auch in Stresssituationen ruhig, emotionslos, gefasst und konzentriert.

Obama und Rice sind für die Autoren der Studie typische Beispiele einer neuen Generation afroamerikanischer Politiker. Doch müssen offenbar gerade sie in der Wahl ihrer Sprache noch vorsichtiger sein als ihre weißen Kollegen, denn ihre Ausdrucksweise wird anders beurteilt.
(Springer Verlag, 14.01.2009 - NPO)
 
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