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Samstag, 27.05.2017
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Biomasse hat Potenzial zur Nummer Eins

CO2-arme und wirtschaftliche Alternative zur Kohle

Die OECD-Länder könnten bis 2020 etwa 15 Prozent ihrer Stromgewinnung von Kohle auf Biomasse umstellen und so ihren jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß um eine Milliarde Tonnen senken. Das geht aus einer am Donnerstag anlässlich der „Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien“ in Bonn (1.-4. Juni) veröffentlichten Studie des WWF hervor.
Stroh als Biomasse-Ressource

Stroh als Biomasse-Ressource

Bisher wird erst ein Prozent des Stromes aus nachwachsenden Rohstoffen – zum Beispiel aus der Verbrennung von Althölzern – gewonnen. Die Förderung der Biomasse verspreche zudem etwa 400.000 neue Jobs, vor allem in ländlichen Regionen. „Die Politik hat die enormen Potenziale der Biomasse bislang vernachlässigt. Sie ist eine ökonomisch sinnvolle, klimafreundliche und zuverlässige Alternative zur Kohle“, erklärt WWF-Energieexpertin Claudia Kunz. Gegenüber anderen regenerativen Energien wie Sonne und Wind spreche auch die wetterunabhängige Verfügbarkeit von Biomasse-Strom für den Ausbau dieser Energiequelle. „In einem zukunftsfähigen Energiemix spielt die Biomasse eine zentrale Rolle.“

Laut der Studie könnten bis 2020 etwa 100 Millionen Haushalte mit Biomasse-Strom versorgt und 400 konventionelle Kohle-Kraftwerke ersetzt werden. „Mehr Strom aus Biomasse bedeutet weniger Kohlendioxid-Ausstoß und weniger globale Erwärmung“, so die WWF-Expertin. „Nur mit der Förderung von Biomasse könnten die OECD-Staaten ihre im Kyoto-Protokoll vereinbarten Klimaziele erreichen.“ In Deutschland werde bislang erst 1,2 Prozent des Stroms aus Bioenergieträgern gewonnen. Mit dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gehe Deutschland aber in die richtige Richtung. „Es wird Zeit, dass das neue EEG in Kraft tritt“, betont Kunz.

Dass nicht nur das Klima profitiert, sondern auch der Arbeitsmarkt, unterstreicht eine Studie des Öko-Instituts in Darmstadt. Die neue Studie betrachtet Chancen und Potenziale der Biomasse und ist jetzt, rechtzeitig vor der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, abgeschlossen worden. Das Ergebnis: Es könnten bis 2030 netto über 200.000 Jobs geschaffen werden. Vor allem für den strukturschwachen ländlichen Raum bestehen hier große Chancen, mit der Bereitstellung von Bioenergie neue Beschäftigungsfelder zu erschließen. Das sind die zentralen Ergebnisse eines vom Bundesumweltministerium geförderten und vom Öko-Institut e.V. geleiteten Projektes.

"Mit dem Forschungsvorhaben sollte eine nachhaltige Perspektive für eine lange bekannte, aber wenig beachtete Energieform erarbeitet werden", sagt Projektleiter Uwe R. Fritsche, Koordinator des Forschungsbereichs Energie & Klimaschutz im Darmstädter Büro des Öko-Instituts. Sein Forschungsteam hat dazu Stoffstromanalysen vorgenommen, eine öffentlich zugängliche Technologie-Datenbank erstellt, Zukunftsszenarien entwickelt und politische Empfehlungen formuliert. "Wir zeigen, dass Bioenergie künftig die Nummer eins der Regenerativen werden kann", sagt Fritsche. Dabei bringt Biomasse aus Abfällen und Reststoffen künftig etwa genauso viel Energie wie der nachhaltige Energiepflanzenanbau.
(WWF, Öko-Institut, 28.05.2004 - NPO)
 
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