• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 11.12.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Letzter Gletschervorstoß der Eiszeit schneller als gedacht

Fossile Pollen enthüllen warme, eisfreie Perioden sogar in Schweden

Schweden war während der letzten Eiszeit keineswegs komplett unter Gletschern begraben. Stattdessen könnte die Region sogar für längere Perioden eisfrei gewesen sein. Das jedenfalls zeigen Auswertungen von Klimadaten aus fossilen Pollen. Sie enthüllen auch, dass sich der letzte Gletschervorstoß der Eiszeit sehr viel schneller ereignet hat als gedacht.
Eiszeit: Blick auf die Nordhalbkugel

Eiszeit: Blick auf die Nordhalbkugel

Die letzte Eiszeit begann in Nordeuropa vor rund 120.000 Jahren und hielt bis vor rund 10.000 Jahren an. Während dieser so genannten Weichsel-Eiszeit war es nicht immer gleich kalt, stattdessen schwankte das Klima stark, blieb aber insgesamt deutlich kälter als heute. Das Wissen um diese Variationen und ihre konkreten Auswirkungen auf Landschaft und Lebensformen gibt heute wertvolle Aufschlüsse über das Klimasystem der Erde.

Pollen als Klimazeugen


Unter anderem deshalb untersuchten nun Wissenschaftler der Universität von Stockholm die damaligen Eisbewegungen im Gebiet des heutigen Schweden und identifizierten die eisfreien Regionen innerhalb der Kaltzeit. Anhand von fossilen Pollenkörnern aus Sediment gewann die Forscherin Martina Hättestrand Daten über die Pflanzenbedeckung bestimmter Regionen und damit indirekt auch darüber, ob zu dieser Zeit dort eine geschlossene Eisdecke existierte oder nicht.

Sie analysierte Pollenkörner, die vor rund 40.000 Jahren während der eisfreien Zeiten in kleinen Seen deponiert worden waren. „Es ist wichtig, dass wir herausfinden, wann die großen Eisdecken Schweden bedeckten und wie warm es gewesen sein könnte, als dort kein Eis war“, erklärt Hättestrand.


Warme, eisfreie Phase kippt bisherige Theorie


Das Ergebnis: In bestimmten eiszeitlichen Perioden fanden sich vor allem große Mengen von Birkenpollen. Sie deuten auf Sommertemperaturen von immerhin rund 10°C in Nordschweden hin. Währen der kälteren eisfreien Phasen dominierten dagegen Gräserpollen in den Sedimenten. „Die Ergebnisse zeigen, dass die erste Vereisung der letzten Eiszeit in Skandinavien erst vor rund 95.000 Jahren begann – und damit gut 20.000 Jahre später als bisher angenommen“, so Hättestrand.

Den gängigen Annahmen zufolge war Schweden von vor 75.000 Jahren bis vor 20.000 Jahren komplett mit Eis bedeckt. Doch die neuen Daten ergeben eine eisfreie Zeit zwischen 59.000 und 40.000 Jahren. Wenn sich dies betätigt, muss sich das letzte Eisschild der Eiszeit deutlich schneller gebildet und bewegt haben als angenommen, wenn es während der Maximumphase vor 22.000 Jahren bis hinunter nach Deutschland reichen sollte.
(idw - Schwedischer Forschungsrat - The Swedish Research Council, 29.12.2008 - NPO)
 
Printer IconShare Icon