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Mittwoch, 29.03.2017
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Uralte Bleibarren vor Ibiza aufgestöbert

Rüstungsgüter für Karthago entdeckt?

Einem Kölner Archäologen ist es gelungen, vor der Nordküste von Ibiza drei Bleibarren aus 39 Meter Tiefe zu bergen, die vermutlich aus dem 3. Jahrhundert vor Christus stammen. Einer dieser Barren ist mit iberischen Schriftzeichen gekennzeichnet. Den Metallanalysen des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum nach stammt der Rohstoff aus der Bergwerksregion der Sierra Morena in Südspanien.
Ibiza und Formentera

Ibiza und Formentera

Ein viertes Exemplar war bereits früher als Zufallsfund geborgen worden. Bei den Schriftzeichen auf der Oberseite von zwei der insgesamt vier bekannten Barren handelt es sich um Silbenzeichen des Iberischen Alphabets der so genannten Nord-Ost-Gruppe.

„Die Schriftzeichen müssen kurz nach dem Guss in das noch weiche Material eingebracht worden sein“, erklärt Marcus Heinrich Hermanns vom Archäologischen Institut der Universität zu Köln, „demnach handelt es sich sicherlich mehr um produktionstechnische als um handelstechnische Angaben“.

Zielort unbekannt


Gedeutet werden können die Schriftzeichen zwar nicht, ihre Datierung auf das Ende des 3. Jahrhunderts vor Christus, die Zeit des zweiten punischen Krieges, wirft jedoch weitere Fragen auf: Denn Belege für einen Abbau der Silberwerke in der Sierra Morena aus dieser Zeit gibt es kaum, dafür aber aus dem Bergbaugebiet um Cartagena im Osten der iberischen Halbinsel, dem Sprachraum der iberischen Nord-Ost-Gruppe.


Daher vermutet der Unterwasserarchäologe, dass das Werkblei dort zuletzt bearbeitet und gekennzeichnet wurde, bevor es an Bord eines Frachters kam, der an der Nordküste von Ibiza havarierte.

Der Zielort der Bleifracht ist bisher unklar. Weshalb Blei vom spanischen Festland anscheinend zu den Inseln transportiert wurde, obwohl es auf den Balearen Silberbergwerke gab, konnte der Forscher noch nicht endgültig klären.

Blei Nebenprodukt der Silbergewinnung


Blei war in der Antike größtenteils ein Nebenprodukt der Silbergewinnung. Dieses wurde hauptsächlich zur Münzprägung verwendet. Hermanns vermutet daher für das Blei eine Verwendung als Rüstungsgut für die Söldnertruppen, die die Balearen in der Antike stellten - aufgrund der Datierung also möglicherweise für den zweiten punischen Krieg zwischen Römern und Karthagern.

„Mit der Untersuchung der geborgenen Bleibarren liegt ein weiterer Referenzpunkt zur Untersuchung des Metallhandels in vorrömischer Zeit im westlichen Mittelmeerraum vor“, so Hermanns weiter, „hierzu sind bisher zwar einige Fundstellen bekannt, doch lassen sich diese anhand der bisherigen wissenschaftlichen Bearbeitung nur unscharf zu einem stimmigen Bild zusammenfügen.“
(idw - Universität zu Köln, 17.12.2008 - DLO)
 
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