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Samstag, 22.07.2017
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Botenstoff als Streitschlichter

Oxytocin reduziert Stresshormone bei Paaren

Eine Dosis des Hormons Oxytocin vermindert bei sich streitenden Paaren das Stresshormon Cortisol. Zudem verstärkt der Botenstoff das positive Verhalten, wie jetzt Züricher Forscher in der Fachzeitschrift „Biological Psychiatry“ berichten.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Verschiedene Studien in den letzten Jahren haben wiederholt gezeigt, dass das Hormon Oxytocin im Gehirn von Säugetieren - und damit auch von Menschen - die Regulation des Sozialverhaltens mitbestimmt. Die Psychologin Beate Ditzen von der Universität Zürich hat nun zusammen mit Kollegen das Hormon speziell in Bezug auf das Verhalten in Partnerschaften untersucht.

Paare streiten über typisches Konfliktthema


Die Wissenschaftler baten 47 Paare im Alter zwischen 20 und 50 Jahren, im Labor über ein für sie typisches Konfliktthema zu streiten. Vor dieser Konfliktdiskussion erhielten die Paare entweder das Hormon Oxytocin oder Placebo als Nasenspray verabreicht.

Das Verhalten der Paare wurde per Video aufgezeichnet und mithilfe eines Kodiersystems analysiert. Außerdem wurde das Stresshormon Cortisol bei beiden Partnern wiederholt im Speichel gemessen, um die psychobiologische Stressreaktion auf den Konflikt zu erfassen.


Zuhören, Bestätigen, Lachen


Die Forscher werteten nun das positive Verhalten wie beispielsweise Zuhören, Bestätigen oder Lachen während des Konflikts im Verhältnis zum negativen Konfliktverhalten wie Unterbrechen, Kritisieren oder Abwerten aus.

„Paare, die Oxytocin erhalten hatten, schnitten signifikant positiver ab als Paare mit Placebo“, fasst Ditzen das Resultat zusammen. Oxytocin verlängerte die Dauer des positiven Verhaltens im Verhältnis zum negativen Verhalten. Zudem waren auch die Cortisolwerte der Paare, die Oxytocin erhalten hatten, nach dem Konflikt niedriger als diejenigen der Placebo-Gruppe.

Oxytocin beeinflusst Verhalten und Stressreaktion


Die Ergebnisse sprechen nach Angaben der Psychologen dafür, dass Oxytocin als neuronaler Mechanismus das Verhalten und die Stressreaktion bei Partnerschaften beeinflussen kann. Auch die Resultate einer früheren Studie, wonach Zärtlichkeit im Alltag von Paaren die Cortisolwerte vermindert, könnten auf die Wirkung von Oxytocin im Gehirn zurückzuführen sein.

„Oxytocin ist damit ein möglicher biologischer Kandidat, der erklären könnte, warum Partnerschaften sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken“, erläutert Ditzen.
(idw - Universität Zürich, 09.12.2008 - DLO)
 
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