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Donnerstag, 30.03.2017
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Klimagipfel: Klimaschutz quo vadis?

14. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (COP 14) beginnt in Posen

Heute beginnt im polnischen Poznan (Posen) die 14. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Klimarahmenkonvention (COP 14). Auf dem Welt-Klimagipfel geht es in den kommenden zwei Wochen unter anderem darum, ein neues Klimaabkommen auf Grundlage des Kyoto-Protokolls auf den Weg zu bringen.
Atmosphäre

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Auch wenn der Vertrag erst im kommenden Jahr verabschiedet werden soll, warnten Natur- und Umweltschutzorganisationen wie der WWF davor, die Bedeutung der Konferenz, an der mehr als 10.000 Delegierte aus rund 190 Staaten teilnehmen, zu unterschätzen.

„Es geht hier nicht nur um technische Details. In Posen müssen die Pflöcke eingeschlagen werden, damit 2009 auf der Folgekonferenz in Kopenhagen ein tragfähiges Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet werden kann“, betont Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Keine Zeit für taktisches Geplänkel


Die Naturschutzorganisation drängt zur Eile. Man habe keine Zeit für taktisches Geplänkel. Der WWF fordert von den Industriestaaten eine Reduktion von Klimagasen von 25 bis 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990. Bis 2050 müssten die Emissionen in diesen Ländern um 80 bis 95 Prozent sinken. Aber auch die Schwellenländer müssten einen Beitrag leisten zur Bekämpfung der globalen Erwärmung. Die Frist für notwendige Maßnahmen, um die globale Erwärmung bis zur Mitte des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, laufe rasant ab. Die Zwei-Grad-Grenze gilt als Schwelle, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels halbwegs zu beherrschen.


Der WWF verweist auf aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, dass der Klimawandel weit härter und schneller zuschlage als bisher prognostiziert. Wissenschaftler halten ein völliges Abschmelzen des sommerlichen arktischen Packeises bis 2040 für möglich. Die Folgen für Europas Küstenregionen wären katastrophal. Szenarien, nach denen der Meeresspiegel weltweit um mehrere Meter steigen könnte, seien keine Science Fiction. Dies würde eine Bedrohung von mehreren zehn Millionen Menschen weltweit bedeuten.

CO2-Werte auf Rekordniveau


Laut dem WWF sinken zugleich die CO2-Speicherkapazität der Meere und Wälder. Diese so genannten natürlichen Senken haben in den vergangenen 50 Jahren um fünf Prozent abgenommen. In derselben Zeit seien die CO2-Emissionen aber kontinuierlich gestiegen. Aus diesem Grund liege der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre auf einem Rekordniveau von 383 parts per million (ppm). Das ist der höchste Wert seit mehreren Millionen Jahren. Der WWF drängt die Regierungen den UN-Klimagipfel in Posen für eine unmittelbare Kursänderung zu nutzen und einen Weg aus der Krise einzuschlagen.

Die Regierungen müssen sich auf Höchstwerte und die festzusetzende Senkung der globalen CO2-Emissionen bis 2020 einigen. Zudem müssen die Industriestaaten zusätzliche Investitionen für Klima schützende Maßnahmen in den Entwicklungsländern bereitstellen.

USA mit im Boot?


„Die Klimakonferenz in Poznan startet mit umgekehrten Vorzeichen. Während die USA sich im Klimaschutz engagieren und, wie der zukünftige Präsident Barack Obama verspricht, Milliarden in Erneuerbare Energien investieren wollen, sitzen die Bremser auf einmal in Europa. Unmittelbar vor Poznan ist Europa im zentralen Instrument des Emissionshandels zerstritten wie nie zuvor“, sagte der Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid anlässlich des Beginns des Welt-Klimagipfels.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Sigmar Gabriel dürften sich jetzt nicht dem Druck der Kohlelobby beugen, das würde die Vorreiterrolle Deutschlands und der EU beim Klimaschutz gefährden. Das wäre laut Smid ein Fiasko für die Klimapolitik und ein fatales Signal für die angeschlagene Wirtschaft.

Greenpeace fordert Entwurf für ein verbindliches Folgeabkommen


„Poznan kann nur ein Erfolg werden, wenn Europa aktiv seine Führungsrolle wiedererlangt. Dafür ist die Einigung für einen scharfen Europäischen Emissionshandel mit vollständiger Versteigerung der Verschmutzungsrechte unerlässlich. Kohlekraftwerke und Klimaschutz sind wie Feuer und Eis: Sie widersprechen sich“, so Smid weiter.

Poznan sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach Kopenhagen. Greenpeace fordert, dass am Ende der Konferenz ein Entwurf für ein verbindliches Folgeabkommen vorliegt, das bis Ende 2009 mit der neuen US-Regierung verhandelt werden kann. „Klimaschutz duldet keine weiteren Verzögerungen“, sagte Smid abschließend.
(WWF/Greenpeace, 01.12.2008 - DLO)
 
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