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Donnerstag, 20.07.2017
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Mensch verbraucht bis 2035 zwei Planeten

„Living Planet Report 2008" bestätigt ökologischen Schuldenberg der Menschheit

Der Raubbau an der Erde ist so groß wie nie zuvor. Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen weitergeht wie bisher, würden bis zum Jahr 2035 zwei Planeten benötigt, um den Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Zu diesem Ergebnis kommt der neueste „Living Planet Report 2008" des WWF, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. Das ist im Vergleich zum letzten Report eine Beschleunigung um 15 Jahre.
Report Living Planet 2008

Report Living Planet 2008

Der WWF Report wird alle zwei Jahre veröffentlicht und stellt eine Art „Herz- und Nieren-Check" des Planeten dar. Er ist eine der international bedeutendsten Studien über den allgemeinen Zustand der Erde. Dem Bericht liegen zwei Parameter zugrunde, die die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums untersuchen: Während der „Living Planet Index" ähnlich einem Aktienkurs den Zustand der Ökosysteme unserer Erde widerspiegelt, zeigt der „Ökologische Fußabdruck" den Umfang der Beanspruchung dieser Systeme durch den Menschen an. Der „Living Planet Index" der globalen Biodiversität wird an den Beständen von 1.686 Wirbeltierarten in aller Welt gemessen.

Biodiversität abgesackt


Dem Bericht zufolge hat sich der ökologische Zustand der Erde im Vergleich zum letzten Report 2006 noch einmal dramatisch verschlechtert. Der „Living Planet Index" der globalen Biodiversität ist in den letzten 35 Jahren um fast ein Drittel gesunken. Während die Abnahme in manchen gemäßigten Zonen ein Ende gefunden hat, zeigt der gesamte Index weiterhin einen rasanten Absturz.
Hauptverantwortlich dafür sind vor allem steigender Ressourcenverbrauch, Entwaldung, der vom Menschen verursachte Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung.

Als Folge werden Ökosysteme zerstört, Arten ausgerottet und Wasserreserven verknappt. Darüber hinaus ergeben sich verheerende ökonomische Konsequenzen, weil Schäden durch Naturkatastrophen zunehmen und Preise für Nahrungsmittel und Rohstoffe explodieren werden. „Die ökologische Krise wird uns um ein Vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden", so WWF Naturschutzdirektor Christoph Heinrich.


„Ökologische Schulden“ beim Planeten


Bezüglich des „Fußabdrucks" stellt der Report fest, dass die Menschheit die weltweiten Ressourcen immer schneller aufbraucht, als sie erneuert werden können. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, würden im Jahr 2035 rechnerisch zwei Planeten benötigt, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. Der Report 2006 hatte dafür noch mit einem Zeitraum bis zum Jahr 2050 gerechnet.

„Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel", so Christoph Heinrich. „Wir nehmen ökologische Schulden auf, indem wir uns über die Grenzen hinwegsetzen. Dadurch untergraben wir die Stabilität der Lebensräume und gefährden letztendlich unser eigenes Wohlergehen. Denn jede Schuld muss irgendwann mit Zinsen zurückgezahlt werden - auch bei der Natur".

Deutschland vergleichsweise gut


Deutschland liegt im internationalen Vergleich der Größe seines "Fußabdrucks" auf Rang 30. Damit liegt es vergleichsweise gut und hinter Großbritannien, Frankreich und Österreich, aber deutlich über dem globalen Mittelwert. Deutschland gehört somit zu den 50 „ökologischen Schuldnern" auf der Welt. Den größten "Fußabdruck" haben die USA und China.
(WWF, 30.10.2008 - NPO)
 
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