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Freitag, 01.07.2016
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Kampfer macht das Gehirn "fit"

Vom Blutdrucktief zum Leistungshoch

Bluthochdruck gilt als „stiller Killer“, weil er auf Dauer die Blutgefäße massiv schädigen kann. Keine Gefahr für die Gesundheit geht dagegen von einem chronisch niedrigen Blutdruck aus. Viele Betroffene klagen aber über Symptome wie Müdigkeit und mangelnde Konzentration. Doch das muss nicht sein: Denn Münchener Forscher haben nun erstmals in einer wissenschaftliche Studie belegt, dass in diesen Fällen ein altbewährtes Hausmittel wirksam helfen kann: der Kampfer.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Dieser Wirkstoff aus der Rinde des aus China stammenden Kampferbaumes erhöhte den Blutdruck der Probanden innerhalb weniger Minuten und verbesserte zeitgleich deren Konzentrationsfähigkeit, Hand-Auge-Koordination sowie das Kurzzeitgedächtnis. „Man kann darin einen weiteren Beleg für das enge Zusammenspiel des Herz-Kreislauf-Systems mit der Gehirnleistung sehen“, so die Wissenschaftler um Professor Rainer Schandry von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Phytomedicine“.

Therapie unnötig?


Menschen mit chronisch niedrigem Blutdruck (essentielle Hypotonie) klagen oft über Müdigkeit, Antriebsschwäche, Konzentrationsmangel und eine reduzierte mentale Leistungsfähigkeit. Dies zeigt sich vor allem in den frühen Vormittagsstunden und nach den Mahlzeiten. Es gibt Hinweise, dass bei älteren Menschen auch Gleichgewichtsstörungen und sogar Stürze auf die Hypotonie zurückgeführt werden können. Aus medizinischer Sicht ist der niedrige Blutdruck in der Regel aber nicht grundsätzlich behandlungsbedürftig, so dass trotz der Beschwerden in der Regel eine Therapie unterbleibt.

Das Team um Schandry, dem Leiter der Arbeitseinheit Biologische Psychologie, untersucht seit mehreren Jahren die Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Prozessen und mentalen Vorgängen. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde nun auch eine Studie zur Wirkung eines Kampferpräparates auf den Blutdruck und die mentale Leistungsfähigkeit abgeschlossen.


Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-System und mentaler Leistungsfähigkeit


Dabei erhielten hypotone Probanden entweder ein Placebo, also eine wirkungslose Substanz, oder ein kampferhaltiges Herz-Kreislauf- Präparat. Die mentalen Leistungen wurden vor und nach der Einnahme gemessen. „Zum einen war auffallend, dass die Wirkung bereits nach ein bis zwei Minuten auftrat“, berichtet Schandry. „So konnten wir nach der Applikation des pflanzlichen Kampferpräparates eine deutliche Verbesserung der Aufmerksamkeit, der Konzentrationsfähigkeit, der Hand-Auge-Koordination und des Kurzzeitgedächtnisses feststellen. Diese Effekte wurden stärker, je höher der Blutdruck stieg.“

Worauf dieser Zusammenhang zwischen dem Herz-Kreislauf-System und der mentalen Leistungsfähigkeit im Einzelnen beruht, ist noch nicht bekannt. Die Forscher vermuten aber, dass ein niedriger Blutdruck zu einer verminderten Durchblutung des Gehirns führt. „Auf jeden Fall aber haben unsere Ergebnisse erstmals mit quantitativen physiologischen und psychologischen Messmethoden die seit Jahrtausenden bekannte belebende Wirkung des Kampfers bestätigt“, sagt Schandry.
(idw - Universität München, 23.10.2008 - DLO)