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Dienstag, 23.05.2017
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Stierkopf- und Zinnenvase überraschen Archäologen

Spektakuläre Gefäßfunde während der Ausgrabungen in der Hethiter-Hauptstadt Hattuscha

In der alten Hauptstadt der Hethiter in Anatolien, Hattuscha, haben Archäologen einen spektakulären Fund gemacht: Neben zahlreichen Schalen und Tellern entdeckten sie zwei Vasen, die in dieser Form bisher noch nirgends gefunden worden waren. Biede wurde vermutlich im Rahmen von Zeremonien genutzt.
Nahaufnahme der hethitischen Stierkopfvase

Nahaufnahme der hethitischen Stierkopfvase

Im Herzen Anatoliens, rund 150 km östlich von Ankara lag einst das Zentrum des Reiches der Hethiter: die Hauptstadt Hattuscha. Von 1600 bis 1200 v. Chr. Herrschten hier die Großkönige der Hethiter über weite Teile Kleinasiens und Syriens, sie eroberten Babylon, und Troja war ihr Vasall. Die Hethiter gelten neben Ägypten und Babylonien die dritte Großmacht des Alten Orients. Seit einigen Jahren graben Archäologen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in der westlichen Oberadt Hattuschas. Ihr Ziel: Durch eine Kombination von geistes und naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden die Lebenswirklichkeit einer der größten Städte des Alten Orients zu erhellen.

Vollständiges Gefäßensemble


Eine kleine Sensation brachten nun neue Funde im Rahmen der 69. Grabungskampagne des DAI im Sommer dieses Jahres. In einem großen Gebäude, das an der Schnittstelle zwischen zwei Stadtbereichen liegt, entdeckten die Forscher einen seltenen Schatz: Ein vollständiges Gefäßensemble, das aus mehr als 70 Schalen und Tellern und zwei Vasen besteht. Da das Gebäude, in dem das Ensemble gefundne wurde, wahrscheinlich um 1400 v. Chr. errichtet wurde, abbrannte und im späten 14. Jh. v. Chr. erneut aufgebaut wurde, ordnen die Archäologen die Gefäße dieser zweiten Nutzungsphase zu.

Das in Hattuscha ausgegrabene Gefäßensemble

Das in Hattuscha ausgegrabene Gefäßensemble

Überraschend und eine absolute Besonderheit waren die beiden Vasen: Eine davon ist ein großes Gefäß mit geschwungener Wandung und vier Henkeln, dessen Rand in Form von Zinnen gestaltet ist. Zwar sind kleine Fragmente entsprechender Gefäße bereits des öfteren in den Ausgrabungen in Hattuscha gefunden worden, jedoch ist es das erste Mal, dass ein vollständiges Gefäß dieses Typs rekonstruiert werden konnte.


Stierkopf auf Vase bisher einmalig


Bisher völlig einmalig hingegen ist das zweite Gefäß, das unmittelbar mit dem ersten zusammen gefunden wurde. Es hat eine hohe schlanke Form, mit langem Hals, auf dem ein Stierkopf als Ausguß sitzt. Beide Gefäße bilden zusammen mit den genannten Schalen und Tellern ein beispielloses Ensemble, das vermutlich im Rahmen von Zeremonien genutzt wurde. Diese Funde ermöglichen ungekannte Einblicke in die Nutzung eines Gebäudes, das mit großer Wahrscheinlichkeit einer sehr hoch gestellten Persönlichkeit der hethitischen Gesellschaft zu zuweisen ist.
(Deutsches Archäologisches Institut, 08.10.2008 - NPO)
 
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