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Donnerstag, 09.02.2012
Weltraumteleskop entdeckt merkwürdiges Objekt
CoRoT-Exo-3b : Planet oder „verhinderter" Stern?
Das Weltraumteleskop CoRoT (Convection, Rotation and Planetary Transits) hat ein für astronomische Verhältnisse exotisches Objekt entdeckt. Astronomen zögern, es einen Planeten zu nennen. Der CoRoT-Exo-3b getaufte Himmelskörper mit einer Masse 20fach größer als der Jupiter könnte auch ein „verhinderter“ Brauner Zwerg sein.

Weltraumteleskop CoRoT
Weltraumteleskop CoRoT
© CNES/D. Ducros Weltraumteleskop CoRoT
Seit fast 15 Jahren suchen Forscher weltweit intensiv nach nahen Begleitern mit Umlaufperioden von weniger als zehn Tagen. Mehrere solcher Planeten mit bis zur zwölffachen Masse des Jupiters haben sie bislang gefunden. Ebenso entdeckten sie Sterne mit 70 Jupitermassen, dazwischen jedoch war bei so genannten kleinen Umlaufzeiten eine Lücke geblieben. Es wurde angenommen, dass solche Objekte gar nicht existieren.

Dann entdeckte CoRoT vor rund einem halben Jahr das Objekt mit dem Namen CoRoT-Exo-3b. Das Objekt hat ungefähr die Größe des Jupiters, jedoch eine 20-fach größere Masse. In einem Zeittakt von vier Tagen und sechs Stunden umkreist es seinen Zentralstern. Dieser Begleiter wurde durch die so genannte Transitmethode entdeckt. Dabei wird ein geringfügiges, regelmäßiges Abblenden des Sternenlichts beobachtet, jedes Mal wenn das Objekt vor seinem Zentralstern vorbeizieht.

CoRoT-Exo-3b ist ähnlich groß wie Jupiter, hat aber eine 20-fach größere Masse.
CoRoT-Exo-3b ist ähnlich groß wie Jupiter, hat aber eine 20-fach größere Masse.
© L'Observatoire Astronomique Marseille-Provence CoRoT-Exo-3b ist ähnlich groß wie Jupiter, hat aber eine 20-fach größere Masse.
Doppelt so große Dichte wie Blei
Jetzt wurden weitere Einzelheiten bekannt. Diese konnten durch Auswertung der CoRoT-Daten und durch Nachfolgebeobachtungen vom Boden aus gewonnen werden. „Es war für uns eine absolute Überraschung, ein Objekt dieser Größe und mit dieser Masse zu finden“, erklärt Professor Heike Rauer, CoRoT-Projektleiterin beim DLR. „Die Vermutung liegt nahe, dass die Dichte von Exo-3b doppelt so groß ist, wie die von Blei. Diese Entdeckung wird eine Diskussion über die astronomische Einordnung von Exoplaneten auslösen."

Riesenplanet oder brauner Zwerg?
CoRoT-Exo-3b mit seinen 20 Jupitermassen und seiner extrem hohen Dichte entfacht nun die Diskussion, ob man ihn als Planet oder als braunen Zwerg einordnen soll. Wie sich ein solch schweres Objekt dicht an seinem Zentralstern entwickeln konnte, ist bisher ungeklärt. Es besteht keine Übereinstimmung unter den Wissenschaftlern, wo man genau die Grenze zwischen Planeten und braunen Zwergen ziehen muss. CoRoT-Exo-3b befindet sich in diesem Grenzgebiet. CoRoT-Exo-3b könnte so der erste Vertreter eine neuen Familie aus sehr schweren Planeten sein, die sich um Sterne ausbilden, die etwas schwerer als unsere Sonne sind.

Dr. Hans Deeg vom spanischen Instituto de Astrofisica de Canarias (IAC), einer der Entdecker, erklärt: „Es könnte sich auch um einen braunen Zwerg mit einer sehr kleinen Masse handeln, ein 'verhinderter' Stern sozusagen. Dieser war nie massiv und heiß genug, um wie ein normaler Stern zu scheinen."

CoRoT: Planetensuche und Sternenanalyse
ist ein Weltraumteleskop mit einer 27 Zentimeter großen Öffnung. Es wurde entwickelt, um kleine Helligkeitsschwankungen von Sternen in unserer Umgebung nachzuweisen. Eines der wissenschaftlichen Ziele der Mission ist die Suche nach Planeten, die um andere Sterne als unsere Sonne kreisen, insbesondere nach Gesteinsplaneten.

Das zweite Ziel ist die Analyse des Sterneninneren durch stellare Seismologie. Die Mission CoRoT wird von der französichen Raumfahrtagentur CNES (Centre National d’Etudes Spatiales) geleitet. Beteiligt sind des weiteren Forschungseinrichtungen aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich, Spanien sowie die Europäische Weltraumorganisation ESA.
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