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Dienstag, 28.03.2017
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Pinguinforscher schaden Pinguinen

Schwimm- und Brutverhalten wird durch Metallbänder negativ beeinflusst

Forscher, die Daten über Pinguine mit Hilfe von an den Flossen angebrachten Metallbändern sammeln, können den Tieren mehr schaden als nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie.
Pinguin

Pinguin

Jährlich werden Tausende solcher Identifikationsbänder an den Füßen von Vögeln angebracht, um deren Migrations- und Brutverhalten zu untersuchen. An Pinguinfüßen können aufgrund der Form der Füße keine Bänder angebracht werden. Sie werden daher an den Schwimmflossen befestigt.

Michel Gauthier-Clerc von der Station Biologique de la Tour du Valat in Frankreich und sein Forschungsteam sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Metallbänder die Pinguine signifikant beim Schwimmen hindern. 50 Pinguine mit und 50 ohne das Band wurden über einen Zeitraum von vier Brutzyklen beobachtet. Allen Pinguinen wurden zu Beobachtungszwecken kleine elektronische Marken unter die Haut eingepflanzt. Nicht nur, dass die Pinguine, die mit dem Band versehen waren, langsamer am Brutort im indischen Ozean ankamen, auch der Nachwuchs unterscheidet sich grundlegend. Pinguine ohne das Band brachten 54 Junge zu Welt, Tiere mit dem Band nur 28.

Die Forscher schließen daraus, dass auch die Daten, die durch die Bänder gewonnen werden, nicht das Verhalten der Tiere in freier Natur wiedergeben. Die British Antarctic Survey hat deshalb bereits Mitte der 90er Jahre aufgehört, derartige Bänder in der Forschung zu verwenden. Das französische Forscherteam schlägt als Alternative elektronische Marken vor, die nur acht Gramm wiegen und über einen Empfänger Signale an die Forscher aussenden.


Ein anderes Forscherteam aus Bristol sieht in metallischen Marken eine Gefahr für die Tiere, da dadurch Federn ausgerupft werden können und die Körpertemperatur der Pinguine sinkt. Das wiederum hat zur Folge, dass sie mehr Futter zu sich nehmen müssen, sprich auf ihrer Migrationsroute öfter stoppen müssen, um zu fressen. Das Team aus Bristol arbeitet an der Entwicklung eines Gummi-Bandes.

Die Wissenschaftler berichten über ihre Ergebnisse in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature.
(Pressetext Europa, 21.05.2004 - DLO)
 
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