Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Mittwoch, 08.02.2012
Erst Massenaussterben ermöglichten Aufstieg der Dinosaurier
Entwicklung der Riesenechsen alles andere als schnell und einfach
Die Dinosaurier mussten erst zwei Massenaussterben und 50 Millionen Jahre überstehen, bevor sie die dominierende Tiergruppe ihrer Zeit wurden. Eine jetzt in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ erschienene Studie belegt, dass der Aufstieg von T.rex und Co. alles andere als schnell und einfach war.

Tyrannosaurus rex
Tyrannosaurus rex
© MMCD Tyrannosaurus rex
Traditionellerweise gilt der Aufstieg der Dinosaurier als klassische Erfolgsgeschichte: Eine Gruppe entwickelt bestimmte Schlüsselmerkmale, die es ihr erlauben, sich schnell auszubreiten, viele ökologische Nischen zu besetzen und andere Tiergruppen zu verdrängen. Doch ein Forscherteam der Universität von Bristol um Steve Brusatte und Professor Michael Benton hat nun Anderes herausgefunden. Ihrer Ansicht nach ist die Geschichte nicht ganz so simpel: „Wir argumentieren, dass die Ausbreitung der Dinosaurier 50 Millionen Jahre dauerte und kein leichter Prozess war, der mit einfachen Verallgemeinerungen erklärt werden kann.“

„Die schiere Größe von Dinosauriern wie Tyrannosaurus rex verführt zu der Annahme, dass diese Tiere etwas Besonderes hatten, das sie von Anfang an dazu prädestinierte, erfolgreich zu sein“, erklärt Brusatte. „Doch aus den Daten geht bis rund 30 Millionen Jahre nach ihrer Entwicklung keineswegs hervor, dass sie eines Tages die Welt dominieren würden.“

Aussterben der Vorfahren eröffnete neue Nischen
Die Ergebnisse belegen, dass die Dinosaurier sich vor rund 230 Millionen Jahren bildeten und dann, im späten Trias vor rund 228 Millionen Jahren, direkt das erste Massenaussterben überstehen mussten. Gut 35 Prozent aller existierenden Tierfamilien verschwanden damals von der Erde. Doch genau dieses Aussterben auch ihrer Vorfahren ermöglichte es den pflanzenfressenden Dinosauriern, ökologische Nischen zu besetzen, die nun freigeworden waren.

Die verschiedenen Lebensformen der Dinosaurier – von schnellen Fleischfressern über gewaltige gepanzerte Echsen bis hin zu weidenden, langhalsigen Pflanzenfressern wurden schon relativ früh angelegt - lange bevor sie zahlreich wurden oder sich in die vielen unterschiedlichen Arten entwickelten, die wir heute kennen.

Kein Fall von explosivem Erscheinen
„Das war kein Fall von explosivem Erscheinen aufgrund einer speziellen Anpassung”, erklärt Brusatte. „Stattdessen mussten sie ihre Zeit abwarten und entwickelten sich mit Sprüngen und Stockungen bis sie schließlich ihre Welt dominierten.“ Die schnelle Ausbreitung dieser Dinosauriergruppen ereignete sich erst nach einem weiteren, noch größeren Massenaussterben am Übergang zwischen Trias und Jura vor 200 Millionen Jahren. Mindestens die Hälfte aller Lebewesen auf dem Land und in den Ozeanen starb aus. Danach jedoch hatten die Dinosaurier endgültig die „Herrschaft“ an Land übernommen und gaben sie erst am Ende der Kreidezeit, mit ihrem Aussterben, wieder ab.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Dinosaurier, Massenaussterben, Urzeit, Tyrannosaurus rex, Kreidezeit, Tiere, Fleischfresser, Pflanzenfresser, Paläontologie, Evolution
Weitere News zum Thema
In 24 Millionen Generationen von der Maus zum Elefanten (31.01.2012)
Forscher ermitteln maximale Wachstumsrate der Evolution bei Säugetieren
Älteste Dino-Kinderstube entdeckt (25.01.2012)
190 Millionen Jahre alte Eier und Jungtiere geben einzigartigen Einblick in das Fortpflanzungsverhalten
Archaeopteryx hatte schwarze Flügel (25.01.2012)
Forscher bestimmen erstmals die Farbe einer 150 Millionen Jahre alten Feder
Riesendinos lebten auch in der Antarktis (20.12.2011)
Wirbelknochen deutet auf Besiedelung des südlichsten Kontinents durch große pflanzenfressende Dinosaurier hin
Raubsaurier verschlang seine Beute lebendig (16.12.2011)
Velociraptor nutzte Sichelklaue ähnlich wie heutige Adler und Habichte
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Diaschauen zum Thema
Welt der Dinosaurier
Gen-Archen
Fossilien
Dinosaurier
Dossiers zum Thema
Dinosaurier
Giganten der Urzeit
Spurensuche im Dinoreich
Neues über T.rex, Brachiosaurus & Co
Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?
Riesen im Tierreich
Erfolgsrezept oder Laune der Natur?
Landbrücken
Evolution auf Wanderschaft
Gott oder Darwin?
Der Kreationismus auf dem Vormarsch
Treibhaus Kreidezeit
Klimawandel in der Erdgeschichte
Arche Noah 2.0
Genbanken als letzte Rettung für die Artenvielfalt?
News des Tages
Erst Massenaussterben ermöglichten Aufstieg der Dinosaurier
Sahara ergrünte immer wieder
Protein-Arsenal der Hefe entschlüsselt
Ultrakalte Moleküle in den Urzustand versetzt
Deutscher Umweltpreis 2008 für Ernst Ulrich von Weizsäcker und Holger Zinke
Ziehbrücke für Elektronen entwickelt
Klimawandel in Europa nimmt immer mehr Fahrt auf
Bücher zum Thema
Saurier - Ammoniten - Riesenfarne
Deutschland in der Kreidezeit von Harald Polenz und Christian Späth
Die Geschichte des Lebens auf der Erde
Vier Milliarden Jahre von Douglas Palmer
Als Deutschland am Äquator lag
Eine Reise in die Urgeschichte von Volker Arzt
Der große Atlas der Urgeschichte
In Bildern, Daten und Fakten von Douglas Palmer
Das ist Evolution
von Ernst Mayr
Gipfel des Unwahrscheinlichen
Wunder der Evolution von Richard Dawkins
Die Erben der Saurier
Im Reich der Urzeit von Tim Haines
Top-Clicks der Woche
1. Wie der Maulwurf zu zwölf Fingern kommt
2. Supervulkane werden schnell wieder aktiv
3. Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt
4. Erster Nano-Blick in das lebende Gehirn
5. Tempolimit auf dem Quanten-Highway