• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 26.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Sonnenwind zurzeit ungewöhnlich schwach

Geringe Aktivität der Sonne überrascht selbst die Astronomen

Der Sonnenwind, der unter anderem eine schützende Blase um unser Sonnenystem bildet, ist so schwach wie noch nie seit Beginn des Raumzeitalters. Die jetzt in den „Geophysical Research Letters” veröffentlichten Daten des Sonnenobservatoriums Ulysses haben eine Abnahme von mehr als 20 Prozent registriert. Sie bestätigen zudem die bereits ungewöhnlich lange anhaltende Ruhephase der Sonnenaktivität.
Observatorium Ulysses

Observatorium Ulysses

Die Sonne sendet ständig einen Strom geladener Teilchen aus, den Sonnenwind. Er steht nicht nur in Wechselwirkung mit den Atmosphären der Planeten, er definiert auch die Grenze zwischen dem Sonnensystem und dem interstellaren Raum. Diese Grenze, Heliopause genannt, markiert den Bereich, in dem der Sonnenwind nicht mehr stark genug ist, um die „Winde“ anderer Sterne abzulenken. „Der mehr als eine Million Kilometer pro Stunde schnelle Sonnenwind erzeugt eine schützende Blase, die Heliosphäre, um unser Sonnensystem”, erklärt Dave McComas, leitender Wissenschaftler am Sonnenwindinstrument der Raumsonde Ulysses.

Abnahme um 20 Prozent


Im Jahr 2007 führte das NASA-Sonnenobservatorium Ulysses seine dritte Kartierung des Magnetfelds der Sonne von Pol zu Pol und des Sonnenwinds durch. Als die Astronomen die Ergebnisse mit denen des vorhergehenden solaren Zyklus verglichen, zeigte sich Überraschendes. Die Stärke des Sonnenwinddrucks und das Magnetfeld der Heliosphäre hatten um 20 Prozent abgenommen. Die Feldstärke in unmittelbarer Nähe der Raumsonde war sogar um 35 Prozent gesunken.

Sonnenwindforschung

Sonnenwindforschung

Niedrigster Wert seit 50 Jahren


„Die Ulysses-Daten deuten darauf hin, dass der Druck des Sonnenwinds zurzeit der niedrigste ist, der jemals seit Beginn des Raumzeitalters registriert worden ist“, so McComas. Sein Kollege Ed Smith vom Jet Propulsion Laboratorium der NASA ergänzt: „Die Sonne macht Zyklen größerer und geringerer Aktivität durch. Im Moment sind wir in einer Periode minimaler Aktivität, die schon länger anhält als irgendeiner vermutet hätte.“


Das Observatorium Ulysses umkreist die Sonne bereits seit rund 18 Jahren. Die Raumsonde war die erste, die gezielt den Weltraum in der Nähe der solaren Pole untersuchte. Anfang dieses Jahres außer Dienst gestellt, hatte sie damit ihre geplante Missionszeit um das Vierfache überschritten.
(Jet Propulsion Laboratory, 24.09.2008 - NPO)
 
Printer IconShare Icon