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Dienstag, 28.03.2017
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Savanne: Feuer wichtiger als Regen?

Brände machen Platz für jüngere Gräser

Natürliche Grasfeuer haben offenbar eine größere Bedeutung für die Ökologie von Savannen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem Etosha-Nationalpark im Norden Namibias. Dabei wurde erstmals anhand einer Grasart das komplexe Zusammenspiel der Faktoren Feuer, Konkurrenz, Feuchtigkeit und Samenbildung untersucht.
Etosha-Nationalpark

Etosha-Nationalpark

In halbtrockenen Regionen können seltene Brände danach dafür sorgen, dass ältere Gräserhorste verschwinden und so Platz für jüngere Gräser wird. Feuer spielt daher eine wichtige Rolle bei der Erneuerung, schreiben die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sowie der Universitäten Frankfurt/Main und Köln in der aktuelle Ausgabe des Fachblattes „Journal of Ecology“.

Die Ergebnisse sind vor allem für das Management in solchen Naturschutzgebieten von Bedeutung, in denen Brände aus Mangel an natürlichen Pflanzenfressern die einzige praktische Möglichkeit sind, die Grasschicht zu erneuern.

Eine Grasart dominiert


Die Forscher hatten für ihre Studie eine 500 mal 500 Meter große Fläche im Etosha-Nationalpark ausgewählt, weil dort eine Grasart dominiert und störende Faktoren wie Beweidung oder andere menschliche Einflüsse ausgeschlossen werden konnten.


Versuchsfläche

Versuchsfläche

Der Etosha-Nationalpark im Norden Namibias ist mit über 20.000 Quadratkilometern das zweitgrößte Naturschutzgebiet Afrikas. Seine Fläche entspricht etwa der Größe Hessens. Die Temperaturen in der semi-ariden Savanne schwanken zwischen sechs Grad Celsius im Winter und 35 Grad im Sommer. Das Untersuchungsgebiet zählt mit einem Jahresniederschlag von lediglich 380 Millimetern zu den trockensten Gebieten, in den Pflanzen noch wachsen können. Das ist weniger Regen als im Schatten des Harzes fällt.

Untersuchungen im Wochenrhythmus


Das Blinkhaar-Federgras - Stioagrostis uniplumis - ist die dominierende Grasart, die mehrere Jahre alt wird. Eine Saison lang beobachteten die Forscher im Wochenrhythmus das Wachstum dieser Gräser und maßen die wichtigsten Klimaparameter. Daneben experimentierten sie auf Teilflächen, in dem sie zusätzlichen Samen aussäten, kontrolliert Feuer nachstellten, konkurrierende Grasarten ausbrachten und künstlich bewässerten.

Dabei stellte sich heraus, dass die abgestorbene Grasschicht das Nachwachsen von Jungpflanzen stark behindert. Feuer kann jedoch nach Angaben der Wissenschaftler die bestehende alte Grasschicht aufbrechen und gibt so dem Nachwuchs Chancen. Künstliche Bewässerung oder zusätzlicher Samen brachte dagegen keinen höheren Rekrutierungserfolg.
(idw - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, 22.09.2008 - DLO)
 
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