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Freitag, 10.02.2012
Interaktive 3D-Modelle im normalen PDF
Erstmals echte dreidimensionale Darstellungsmöglichkeit von Molekülstrukturen in elektronischen Veröffentlichungen
Wie bilde ich ein dreidimensionales Molekül in nur zwei Dimensionen ab? Eine Antwort haben jetzt Forscher mithilfe einer neuen Technik gefunden, die bewegliche 3D-Modelle in ganz normale PDF-Publikationen einbindet. Das Besondere daran: Zum Anschauen der 3D-Modelle wird keine spezielle Software mehr benötigt, der normale PDF Reader reicht.

Autoren naturwissenschaftlicher Texte müssen sich seit Jahrhunderten mit zweidimensionalen Abbildungen begnügen, obwohl sie zumeist dreidimensionale Objekte beschreiben. Dies gilt für Biologen und Mediziner ebenso wie für Geographen und Astronomen. Zwar wurden in der Anatomie oder bei Globen bereits dreidimensionale Objekte zu pädagogischen Zwecken eingesetzt, doch war es bislang nicht möglich, diese auch in Texte zu integrieren.

Interaktives 3D-Modell eines Moleküls
Interaktives 3D-Modell eines Moleküls
© FU Berlin Interaktives 3D-Modell eines Moleküls
Eine deutsch-indische Gruppe von Wissenschaftlern um den Immungenetiker Professor Andreas Ziegler von der Charité - Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität Berlin hat nun als erste Forschergruppe weltweit neue technische Möglichkeiten eingesetzt, um anschauliche und interaktiv zugängliche dreidimensionale Bilder komplexer Strukturen in elektronische Publikationen einzubinden. Am Beispiel eines in einer Struktur- Datenbank hinterlegten Proteins zeigten sie, wie 3D-Darstellungen von Molekülen in Dokumente eingefügt werden können, welche als "portable document format" (PDF) vorliegen.

Erreicht wird die Integration dreidimensionaler Abbildungen in zweidimensionale, in elektronischer Form vorliegende Dokumente mittels der Kombination verschiedener Programme, die es ermöglichen, Objekte räumlich und interaktiv in einem PDF darzustellen. Das neue Verfahren erlaubt es den Nutzern die Modelle zu drehen und zu bewegen, ohne online sein zu müssen. Einzige Voraussetzung für das Darstellungsverfahren ist es, dass der Leser das Dokument mit der integrierten Abbildung elektronisch als PDF verfügbar hat.

Diese neue, interaktive und damit vor allem auch für pädagogische Zwecke nützliche Form der Darstellung wurde in der Septemberausgabe der Zeitschrift Trends in Biochemical Sciences (TiBS) veröffentlicht. Gefördert wurde die Entwicklung durch die Volkswagen-Stiftung.
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