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Freitag, 24.03.2017
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Forscher "schnuppern" Olympia-Luft

Deutsche Wissenschaftler untersuchen Aerosolbelastung in Peking

Während der Olympischen Spiele, die heute in Peking beginnen, will China die Emissionen aus Verkehr und Industrie drastisch reduzieren. Um die Luftqualität zu verbessern, lässt die Regierung nur noch halb so viele Fahrzeuge in die Stadt, hat mit Kohle beheizte Restaurants mit Filtern ausgestattet und Teile der Produktion in der Schwerindustrie gestoppt. Karlsruher Wissenschaftler unterstützen das Land und kontrollieren den Erfolg der Maßnahmen: Tag für Tag analysieren sie exakt die Belastung mit Aerosolen.
Dicke Luft in Peking

Dicke Luft in Peking

Seit Mitte Juli nehmen die Forscher um den Geoökologen Stefan Norra und sein Team vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) täglich Proben von Partikeln in der Luft, um deren Masse und chemische Zusammensetzung zu untersuchen. Dabei arbeiten sie mit der China Research Academy of Environmental Sciences, der Forschungsabteilung des chinesischen Umweltministeriums und der China University of Geosciences in Peking zusammen.

Norra hält es für eine einmalige Möglichkeit, „in einer Megacity, wie es Peking mit rund 15 Millionen Einwohnern ist, den Erfolg der Maßnahmen zur Verringerung atmosphärischer Partikelbelastung zu untersuchen und den Anstieg der Verschmutzung nach den Spielen zu verfolgen.“

Grenzwerte einhalten


In Peking ist die Zuversicht zurzeit groß, den chinesischen Grenzwert für Partikel, deren Durchmesser kleiner als zehn Mikrometer ist, während der Spiele einhalten zu können. Als gefährlicher gelten allerdings die Teilchen unter 2,5 Mikrometern, weil sie sich schwerer filtern lassen. Messungen der KIT-Wissenschaftler seit 2005 haben ergeben, dass die Konzentrationen dieser Partikel im Sommer in Peking unter 80 Mikrogramm pro Kubikmeter fallen.


Das sind zwar im Vergleich mit den anderen Jahreszeiten die niedrigsten Konzentrationen, sie liegen allerdings immer noch über dem Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, der in Europa für Partikel mit einem Durchmesser unter zehn Mikrometern gilt, wenn auch unter dem in China vorgeschriebenen Maß von 150 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Bei der Untersuchung der Partikelbelastung arbeiten Norra und seine Kollegen auch mit der Abteilung Medizin-Meteorologie des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg zusammen. „Sie hilft uns dabei, die Partikel nach Größe sowie in schwarze und transparente zu unterscheiden", sagt Norra. Das liefere den Karlsruher Wissenschaftlern wertvolle Hinweise auf die Auswirkungen der Partikel auf die Gesundheit und ihre Herkunft.

Weniger Emissionen bis nach den Paralympischen Spielen


Die Absenkung der Emissionen soll bis nach den Paralympischen Spielen, die am 20. September enden, andauern. Er sei gespannt, so Norra, „wie schnell die atmosphärische Partikelbelastung dann wieder ansteigen wird“. Um das herauszufinden, setzen er und seine Kollegen die Untersuchungen auch nach dem 20. September fort. Zudem stellen ihnen Forschungszentrum und Universität Karlsruhe Mittel zur Verfügung, damit sie im kommenden Winter und Frühjahr Unterschiede in der Partikelbelastung in verschiedenen Höhen der Atmosphäre ermitteln können.
(idw - Karlsruher Institut für Technologie, 08.08.2008 - DLO)
 
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