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Freitag, 10.02.2012
Erdbeben haben Grenzen
BGR legt Studie zur Tsunami-Region in Südostasien vor
Die Erdbeben-Gefahr vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra kann ab jetzt besser eingeschätzt werden. Dafür hat eine neue Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gesorgt, über die die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Earth and Planetary Science Letters“ berichten.

Epizentrum des Bebens
Epizentrum des Bebens
© NEIC
Danach entdeckten die Forscher bei marinen geophysikalischen Messungen vor Indonesien einen von Sandablagerungen verdeckten unterseeischen Bergrücken. „Diese Erhebung ragt 1.000 bis 3.000 Meter über die ozeanische Kruste hinaus und bildet eine Barriere, die ein weiteres Ausbreiten der Erdbeben sowohl 2004 als auch 2005 vor Sumatra verhindert hat“, erklärt Dieter Franke, Geophysiker der BGR und Mitautor der aktuellen Untersuchung.

Erdkruste zerbrach über hunderte von Kilometern
Das Erdbeben im Dezember 2004 mit einer Magnitude von 9,2 hatte den verheerenden Tsunami im Indischen Ozean ausgelöst. Südlich davon, in direkter Nachbarschaft ereignete sich im März 2005 ein weiteres Erdstoß mit einer Stärke von 8,4. In beiden Fällen führte die fortlaufende Verschiebung der Platte des Indischen Ozeans gegen die Erdkruste Sumatras dazu, dass sich die aufgestauten Spannungen durch das großräumige Zerbrechen der Erde in einem Starkbeben entluden.

„Bei beiden Beben ist die Erdkruste über hunderte von Kilometern zerbrochen. Die von uns in fast 10.000 Meter Tiefe entdeckte Rückenstruktur stoppte jedoch eine weitere Ausbreitung der Beben“, erläutert Franke.

Weitere Forschung nötig
Während sich das Erdbeben im Dezember 2004 von der Barriere weg nach Norden fortsetzte, verhinderte der Bergrücken im März 2005 eine weitere Zerstörung der Erdkruste in Richtung Norden und damit eine Verstärkung des Bebens. „Deshalb hatte dieses Ereignis wahrscheinlich nicht das Ausmaß des Tsunami-Bebens von 2004“, erkärt Franke.

Aus Sicht der BGR-Wissenschaftler sind aber noch weitere Untersuchungen zur Begrenzung möglicher Bruchflächen entlang der Erdbeben-Zone Indonesiens, aber auch in anderen Regionen der Welt mit aktiven Kontinenträndern notwendig.
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