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Donnerstag, 19.01.2017
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Spucke lässt Wunden schneller heilen

Heilungsförderndes Protein im Speichel identifziert

Unser Speichel wirkt nicht nur leicht keimtötend, er hilft auch bei der Wundheilung. Welcher Bestandteil der Spucke dafür entscheidend ist, haben nun niederländische Forscher herausgefunden. Sie identifizierten ein Protein im Speichel, das die Wundheilung beschleunigt.
Wunde

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Kulturen von Schleimhautzellen als Modell


Menno Oudhoff vom VU University Medical Center in Amsterdam und seine Kollegen nutzten für ihre Versuche Zellen der Wangenschleimhaut und vermehrten diese im Labor bis die Oberfläche der Nährmedien komplett zellüberzogen waren. Dann fügten sie dieser Zellschicht eine künstliche Wunde zu, indem sie einen kleinen Teil der Zellen wegkratzten. Bei diesem Vorgang wurde eine Gruppe von Zellkulturen in einer isotonischen Flüssigkeit ohne Zusätze gebadet, die andere jedoch in menschlichem Speichel.

Nach 16 Stunden stellten die Wissenschaftler fest, dass die in Speichel gebadete „Wunde“ sich nahezu vollständig wieder geschlossen hatte. In der unbehandelten Zellkultur dagegen war der Einschnitt noch immer deutlich erkennbar. Aber welche der zahlreichen verschiedenen Komponenten des Speichels war für diese heilungsfördernde Wirkung verantwortlich? Um das herauszufinden trennten Oudhoff und seine Kollegen die Spucke in seine Einzelbestandteile auf und testen jeden davon einzeln an ihrem Wundmodell.

Verantwortliches Protein identifiziert


Nach mehreren Durchgängen schließlich hatten sie ihre Wirkstoff gefunden: Ein kleines Protein, Histatin, von dem man bisher nur die keimtötende Wirkung kannte, hatte auch die Heilung der Wunden beeinflusst.


„Die Studie beantwortet nicht nur die Frage warum viele Tiere instinktiv ihre Wunden lecken“, erklärt Gerald Weissmann, Chefredakteur des Fachblatts The FASEB Journal. „Sie erklärt auch, warum Wunden im Mundbereich, wie beispielsweise nach dem Ziehen eines Zahns, sehr viel schneller heilen als Wunden an der Hautoberfläche. Es bringt uns auch dazu, Speichel als potenzielle Quelle neuer Wirkstoffe anzusehen.“

„Wir hoffen, dass unsere Ergebnisse den Menschen helfen, die an nicht heilenden Wunden leiden, wie Fußgeschwüren oder Diabetesekzemen”, erklärt Oudhoff, Hauptautor der Studie, „aber auch der Behandlung von durch Traumata verursachten Wunden wie Verbrennungen.“
(FASEB, 25.07.2008 - NPO)
 
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