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Dienstag, 17.01.2017
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Zikaden erobern Washington

Bis zu 300 Tiere pro Quadratmeter werden im Osten der USA erwartet

Das Warten auf die Invasion der Zikaden hat begonnen. Denn in diesem Jahr wird der 17-Jahreszyklus der harmlosen rund 2,5 Zentimeter großen Insekten erneut dazu führen, dass Milliarden Tiere die Städte Washington DC, Baltimore sowie weite Landstriche von Kentucky, Tennessee, Ohio und Indiana bevölkern werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.
Zikade

Zikade

"Es ist schwierig zu sagen wie viele Tiere tatsächlich zu schwirren beginnen", meint die Entomologin Christine Simon von der University of Connecticut in Storrs. In manchen Gebieten werden es bis zu 300 Tiere pro Quadratmeter sein. "Die Gesamtzahl der Tiere ist kaum schätzbar, wir gehen aber von Milliarden aus", so Simon.

Forscher wissen bisher relativ wenig über diese Art von Zikaden, da ihr Lebensrhythmus so komplex ist. Die meiste Zeit verbringen die Tiere unter der Erde und fressen dort Pflanzenwurzeln. Interessantes Detail am Rande: Auch die Zentren der großen Städte bleiben nicht von den schwirrenden Insekten verschont. Manche der Zikaden sollen auch direkten Einfluss auf die Speisekarten verschiedener exotischer Restaurants haben: als besondere Leckerbissen werden sie dort geröstet in Schokolade getunkt angeboten. Der Nährwert ist aufgrund des Proteinreichtums hoch.

Die Entomologen warten indessen mit großer Spannung auf die Zikaden, denn für sie werden sich neue Einblicke in die Geheimnisse des Lebens der Tiere bieten, erklärt auch der britische Zikaden-Fachmann Mike Claridge von der Royal Entomological Society. Unklar ist den Forschern etwa, warum die Tiere immer in Primzahl-Zyklen auftreten - entweder im 13- oder im 17-Jahres-Rhythmus.


Die Bevölkerung fürchtet sich hingegen vor der Invasion der Insekten und erinnert sich mit Schrecken an die letzte Invasion 1987. Damals wurden vielfach Veranstaltungen, Freiluftkonzerte, sogar Hochzeiten abgesagt und in Säle verlegt, da die Zikaden mit dem lateinischen Namen Magicicada septendecem einfach überall anwesend waren. Der Spuk findet nach rund vier Wochen sein jähes Ende. Dann haben sich die Männchen mit den Weibchen gepaart, diese haben rund 400 Eier an bis zu 50 verschieden Plätzen in die Ast- und Baumrinden gelegt. Dann beginnt das Massensterben. Die aus den Eier geschlüpften Larven fallen zu Boden graben sich ins Erdreich und warten dort 13 oder 17 Jahre.
(Pressetext Europe, 17.05.2004 - DLO)
 
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