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Samstag, 25.06.2016
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Eigene Mimik verstärkt Wahrnehmung von Emotionen

Sensorischer Feedback der Haut entscheidend für Gefühlswahrnehmung an anderen

Signale unserer eigenen Mimik, das so genannte“sensorische Feedback“, tragen dazu bei, die Emotionen anderer wahrzunehmen und interpretieren zu können. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Signale, die von der Gesichtsmuskulatur und -haut ausgehen, die Hirnregionen beeinflussen, die für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich sind.
Mimik verrät Emotionen

Mimik verrät Emotionen

Worauf beruht die Fähigkeit eines Menschen, sich in die Gefühle seines Gegenübers hineinzuversetzen? Es war bereits seit längerem bekannt, dass die sensorischen Signale, die in der Muskulatur und Haut des Gesichts bei emotionalen Gesichtsausdrücken entstehen, das so genannte „sensorische Feedback", die subjektive Empfindung von Gefühlen verstärken. Da Menschen häufig unbewusst die Gesichtsausdrücke ihres Gegenübers imitieren, könnte dies eine wesentliche Grundlage für die Übertragung von Emotionen sein. Unklar war jedoch, wie dieser Verstärkungsmechanismus im Einzelnen funktioniert.

Eine interdisziplinäre Forschergruppe am Klinikum rechts der Isar der TU München um den Neurologen Dr.Bernhard Haslinger und den Diplompsychologen Dr. Andreas Hennenlotter untersuchten nun erstmals mittels funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT), wie die Gehirnaktivität beeinflusst wird, wenn das sensorische Feedback bei der Ausführung emotionaler Gesichtsausdrücke abgemildert wird. Dazu schwächten sie mit Hilfe einer kosmetischen Behandlung der „Zornesfalten" mit Botulinumtoxin vorübergehend die Gesichtsmuskulatur der Versuchsteilnehmer.

Die Ergebnisse der Studie waren deutlich: Die Anwendung von Botulinumtoxin bewirkte nicht nur, dass die emotionale Mimik weniger ausgeprägt war, sondern führte gleichzeitig zu einer Abnahme der Gehirnaktivität im Bereich emotionsverarbeitender Hirnregionen wie der linken Amygdala.


Die jetzt in der Fachzeitschrift "Cerebral Cortex" veröffentlichten Ergebnisse liefern erstmals einen Beleg dafür, dass bei der Nachahmung emotionaler Gesichtsausdrücke sensorisches Feedback von Seiten der mimischen Muskulatur und Haut die Aktivität in emotionsverarbeitenden Netzwerken des Gehirns beeinflusst. Da Menschen dazu tendieren, die Gesichtsausdrücke ihres Gegenübers nachzuahmen, könnte dies einen wesentlichen Mechanismus für die Übertragung von Emotionen im Rahmen sozialer Kontakte darstellen.
(Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, 21.07.2008 - NPO)