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Donnerstag, 09.02.2012
Deutsche gespalten über Akw-Laufzeiten
Umfrage ergibt uneinheitliches Meinungsbild
In der Debatte darüber, ob die Atomkraftwerke in Deutschland länger als geplant laufen sollten, zeigen sich die Deutschen gespalten. 46 Prozent der Bürger sprachen sich in einer stern-Umfrage für eine Verlängerung der Laufzeit aus, ebenfalls 46 Prozent wollen, dass sämtliche Kernkraftwerke wie im Atomkonsens vorgesehen bis zum Jahr 2021 abgeschaltet werden.

Atomkraftwerk
Atomkraftwerk
© DOE/NREL
Ein differenzierteres Bild gibt sich bei den Wählern der Parteien: Ein Drittel der SPD-Anhänger (34 Prozent) möchte, dass die Kernenergie länger als geplant genutzt werden sollte - wie es auch SPD-Vordenker Erhard Eppler unter bestimmten Bedingungen für möglich hält.

Rund jeder fünfte Wähler der Grünen (21 Prozent) wäre mit einer längeren Akw-Laufzeit einverstanden, bei den Linken ist es fast jeder Zweite (46 Prozent).

Union- und FDP-Wähler wollen Weiterbetrieb der Anlagen
Die größte Zustimmung zur Atomenergie findet sich bei den Anhängern von Union und FDP: 59 Prozent der Unions-Wähler und fast drei Viertel der FDP-Wähler (73 Prozent) befürworten einen Weiterbetrieb der Anlagen auch über 2021 hinaus. Das Forsa-Institut in Berlin hatte am 7. Juli 2008 im Auftrag des stern 1.000 Bürger befragt.

Forsa-Chef: Dämonisierung der Kernkraft vorbei
„Wir sehen, dass die Dämonisierung der Kernkraft vorbei ist“, kommentierte Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, bei stern.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins stern. Die abschreckende Wirkung des Reaktorunfalls im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986 habe nachgelassen. Mittlerweile stehe wieder die Angst vor einer mangelnden Energieversorgung im Vordergrund.

„Vor Tschernobyl hatte man Angst, dass man im Kalten und im Dunkeln sitzt. Nach Tschernobyl hatte man Angst, dass so ein Atommeiler einem um die Ohren fliegt. Jetzt haben die Leute wieder Angst, ob genügend Energie da ist oder ob sie diese bezahlen können“, so Güllner weiter.

Seit dem Tschernobyl-Unfall habe es eine „stabile Meinungstruktur“ für den Ausstieg aus der Kernenergie gegeben. „Jetzt beginnen die ersten darüber nachzudenken, ob man die Kernkraft nicht doch weiter in einem Energiemix weiter braucht“, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts.
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