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Freitag, 10.02.2012
Artenvielfalt hat Grenzen
Studie: Artensterben und Artenneubildung im Meer halten sich langsfristig die Waage
Nach einer neuen im Journal „Science“ veröffentlichten Studie sind der globalen Artenvielfalt Grenzen gesetzt. In den Ozeanen wurde bereits vor 400 Millionen Jahren eine solche Kapazitätsgrenze erreicht. Dies hat die Auswertung einer riesigen paläobiologischen Datenbank durch ein internationales Team von Wissenschaftlern gezeigt.

Diversitätseinbruch nach Krisen
Diversitätseinbruch nach Krisen
© Museum für Naturkunde Berlin Diversitätseinbruch nach Krisen
Die Artenvielfalt der Erde ist enorm. Doch woher kommt sie eigentlich, wie lange gibt es schon diese Fülle von Leben - und wie stehen die Chancen, dass die Biodiversität zunimmt, wenn beispielsweise Naturschutzmaßnahmen greifen? Diese Fragen hat jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam in einer umfassenden Studie zur Diversitätsentwicklung im Meer untersucht.

In der Untersuchung kommen die Forscher um Professor Wolfgang Kießling vom Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität Berlin zu dem Ergebnis, dass die bisher verbreitete Annahme, dass es in den vergangenen 100 Millionen Jahren einen massiven Anstieg bei der Artenvielfalt gegeben hat, falsch ist. Stattdessen existierte bereits vor über 400 Millionen Jahren eine Vielfalt, die auch heute nicht deutlich überschritten wird.

Diversität mariner Lebewesen
Diversität mariner Lebewesen
© Wolfgang Kießling / Naturkundemuseum Humboldt-Universität Berlin Diversität mariner Lebewesen
Energiefluss in Nahrungsketten entscheidend?
„Obwohl seit dieser Zeit mehrere massive Einbrüche durch Massenaussterben zu verzeichnen waren, haben sich Artensterben und Artenneubildung in etwa die Waage gehalten“, erläutert Kießling. Offensichtlich gebe es „Grenzen der Artenvielfalt“, die kaum überschritten würden.

Über die Ursachen dieser Kapazitätsgrenzen diskutieren die Wissenschaftler jetzt umfassend: „Vermutlich spielt der Energiefluss in Nahrungsketten eine Rolle“, formuliert Kießling eine mögliche Erklärung. Die neuen Ergebnisse beruhen auf einer umfassenden Dokumentation von etwa 3,5 Millionen fossiler Vorkommen.
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