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Mittwoch, 29.03.2017
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Klimawandel bedroht Wale

Meeressäuger leiden an Nahrungsmangel und Schwund des Lebensraums

Der fortschreitende Klimawandel gefährdet viele ohnehin bereits bedrohte Walarten zusätzlich, denn er lässt Lebensraum und Nahrungsangebot schrumpfen. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag des WWF unmittelbar vor Beginn der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC. Besonders betroffen sind wandernde Walarten der südlichen Erdhalbkugel, die in Kaltwasserregionen ihre wichtigsten Nahrungsquellen haben.
Fluke eines Buckelwals

Fluke eines Buckelwals

„Die Wale in den südlichen Ozeanen trifft der Klimawandel genauso stark wie die Eisbären am Nordpol", erklärt WWF-Walexperte Volker Homes. „In 35 Jahren wird ihr Lebensraum um bis zu ein Drittel geschrumpft sein, und sie werden für weniger Futter immer weitere Strecken auf sich nehmen müssen." Selbst wenn alle anderen Bedrohungsfaktoren gestoppt würden, werde ein ungebremster Klimawandel viele Wale das Leben kosten.

Die WWF-Studie fasst Ergebnisse von Wissenschaftlern zusammen, wonach die prognostizierte Klimaerwärmung bis zum Jahre 2042 das Eis im Südpolarmeer um bis zu 30 Prozent verringern wird. "In kaum mehr als einer Wal-Generation wird sich der Lebensraum dramatisch verändern, etwa für den bedrohten Antarktischen Minkwal, der übrigens von Japan weiterhin bejagt wird", erläutert Homes.
"Die Tiere werden bis zu 500 Kilometer weiter Richtung Pol wandern müssen, um ihre wichtigen Krill-Nahrungsgebiete zu finden."

Krillmangel bedroht letzte Blauwale


Betroffen seien neben dem Minkwal die letzten eintausend Blauwale - die größten Tiere der Erde - und die gefährdeten Buckelwale, die sich gerade erst von der intensiven Jagd erholen, die im vergangenen Jahrhundert auf sie gemacht wurde.


Die großen Bartenwale ernähren sich hauptsächlich von Krill, kleinen Krebstieren, die sie aus dem Wasser filtern. Krill wiederum braucht nährstoffreiches, kaltes Wasser mit Meeresalgen und anderem Plankton - ohne sie stirbt der Krill, und die Lebensgrundlage für viele Wale, aber auch für Robben, Pinguine, Wasservögel und zahlreiche Fischarten bricht weg.

Apell an die IWC


Die 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC findet vom 23. bis 27. Juni in Santiago de Chile statt. Der WWF forderte die IWC-Staaten auf, das Klima auch um der Wale willen mit entschlossenen Maßnahmen zu schützen. Außerdem müssten alle anderen Bedrohungen - Walfang, Beifang, Meeresverschmutzung und vieles mehr - bekämpft werden.

„Eine bedrohte Art wie den Minkwal für vorgeschobene wissenschaftliche Zwecke zu jagen, wie Japan dies tut, ist skandalös. Wir brauchen keine von Menschenhand getöteten Wale, sondern Meeresschutzgebiete- darüber waren sich auf der UN-Naturschutzkonferenz vor wenigen Wochen in Bonn noch alle einig. Hoffen wir, dass sich die Staaten in Santiago de Chile daran noch erinnern."
(WWF, 20.06.2008 - NPO)
 
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