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Sonntag, 28.05.2017
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Meeresspiegel steigt 50 Prozent schneller als vom IPCC geschätzt

Studie korrigiert bisherige Daten zu Erwärmung und thermischer Ausdehnung deutlich nach oben

Der Meeresspiegel und die Meerestemperaturen sind zwischen 1961 und 2003 um 50 Prozent stärker angestiegen als vom Weltklimarat IPCC in seinem letzten Bericht geschätzt. Die jetzt in „Nature“ veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams glich Klimamodelle und tatsächliche Beobachtungen miteinander ab und korrigierte dabei eine kleine, aber ausschlagendgebende statische Verzerrung in den Daten.
Klima und Meer

Klima und Meer

Die Ozeane speichern in ihrem gewaltigen Wasservolumen mehr als 90 Prozent der Wärme im Klimasystem der Erde. Sie agieren damit als wichtiger temporärer Puffer im gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Unter anderem deshalb sind Klimaforscher entscheidend darauf angewiesen, die Entwicklung der Meerestemperaturen in den einzelnen Wasserschichten des Ozeans und auch die damit verbundene temperaturbedingte Ausdehnung des Wassers genau zu kennen.

Ein internationales Forscherteam hat nun Daten 13 verschiedener Klimamodelle untersucht und diese mit aktuellen Daten aus Beobachtungen verglichen. Dabei bezogen sie auch Daten mit ein, die in Einzelstudien zum Meeresspiegelanstieg oder der Entwicklung der Eiskappen Grönlands, der Antarktis oder der Gebirgsgletscher ermittelt worden waren. Die Kombination dieser Einzeldaten ergab ein konsistenteres und deutlich anderes Bild der Verhältnisse als die bisherigen Studien

Erwärmung und Anstieg 50 Prozent höher


Das Ergebnis zeigt, dass die Meeresspiegel zwischen 1961 und 2003 um 1,5 Millimeter pro Jahr angestiegen sind. Das entspricht 6,3 Zentimetern im Zeitraum von nur 42 Jahren und ist damit um rund die Hälfte höher als die bisherigen Schätzungen. Ähnliches stellten die Forscher auch für die Temperaturentwicklung des Meerwassers fest. In den oberen 700 Metern Wassertiefe übertrafen Erwärmung und thermale Ausdehnung die IPCC-Werte ebenfalls um rund die Hälfte, in den obersten 300 Metern sogar um deutlich mehr als 50 Prozent.


Systematische Verzerrungen korrigiert


Die Abweichungen beruhen nach Angaben der Wissenschaftler auf kleinen aber systematischen Verzerrungen der Daten des globalen Meeresbeobachtungssystems. Mithilfe neuer statistischer Methoden und Daten aus Einzelstudien füllten die Forscher zudem Bereiche mit nur spärlichen Daten auf und erreichten damit eine bessere Abdeckung des Gesamtgeschehens.

„Das ist sozusagen nur die Spitze des Eisbergs“, Peter Gleckler, Klimaforscher am Lawrence Livermore National Laboratory und einer der Mitarbeiter der Studie. „Unsere Fähigkeit, strukturelle Unsicherheiten in Schätzungen zu quantifizieren, die auf Beobachtungsdaten beruhen, ist von entscheidender Wichtigkeit. Diese Studie repräsentiert daher einen wichtigen Fortschritt.“

Obwohl die Ergebnisse deutlich höher liegen als im Weltklima-Bericht des IPCC von 2007 zeigen sie dennoch eine hohe Übereinstimmung der Beobachtungen mit den Modellen. „Das ist wichtig für die Klimamodellierer, denn es demonstriert, dass die für den Meeresspiegelanstieg und die Meereserwärmung eingesetzten Modelle eng mit den beobachteten Daten übereinstimmen“, erklärt Gleckler.
(Lawrence Livermore National Laboratory, 19.06.2008 - NPO)
 
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