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Donnerstag, 30.03.2017
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Schaden Fernsehaffen dem Artenschutz?

Schimpanse als Fernsehdarsteller lässt Bedrohung unterschätzen

Sendungen wie die Fernsehserie „Unser Charly“ sind kontraproduktiv für den Artenschutz. Wie das Fachjournal Science berichtet, sorgt der Auftritt von Schimpansen in Unterhaltungssendungen dafür, dass die Öffentlichkeit die Bedrohung dieser Tiere unterschätzt.
In den letzten 30 Jahren ist der Bestand an Schimpansen um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft Schimpansen als gefährdete Art ein, und der kommerzielle Handel ist weltweit verboten. Doch die starke Präsenz dieser Menschenaffen in Shows, Werbung und Fernsehserien vermittelt ein anderes Bild, wie das Team um den Affenforscher Steve Ross in Science schreibt.

Demnach hielt ein Drittel der Testpersonen Schimpansen für nicht gefährdet, während sich fast alle Befragten der Bedrohung von Gorilla und Orang-Utan bewusst waren. Als Grund für diese Antwort gaben die Teilnehmer der Studie am häufigsten an, dass die Darstellung von Schimpansen in Filmen, TV-Serien und Werbung sie zu dieser Fehleinschätzung geführt habe. „Schimpansen als Darsteller in Fernsehen und Werbung unterminieren die Bemühungen des Artenschutzes“, kommentiert Sandra Altherr von der Naturschutzorganisation Pro Wildlife das Studienergebnis. „Es wird der Eindruck erweckt, die Tiere seien weder bedroht noch geschützt, sondern verfügbare Entertainer.“

Schimpansen keine Kuscheltiere


Schimpansen sind die nächsten Verwandten des Menschen und gelten als soziale und intelligente Tiere. Gerade deshalb leiden sie unter nicht artgerechter Haltung. „Die Serie „Unser Charly“ sendet noch ein weiteres falsches Signal“, so Altherr. „Sie vermittelt den Eindruck, Affen könnten sich als lustige Haustiere in eine menschliche Familie einfügen. Aber ausgewachsene Schimpansen sind keine Kuscheltiere, sondern ausgesprochen aggressiv. Vor diesem Hintergrund ist es fragwürdig, dass es
in den meisten Bundesländern immer noch erlaubt ist, privat Affen oder gar Menschenaffen zu halten.“
(Pro Wildlife, 16.06.2008 - NPO)
 
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