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Freitag, 10.02.2012
Erste Dinospuren auf der Arabischen Halbinsel
Zwei verschiedene Dinotypen hinterließen Abdrücke im Jemen
Wissenschaftler haben erstmals Fußabdrücke von Dinosauriern auf der Arabischen Halbinsel entdeckt. In der Fachzeitschrift „PloS ONE“ berichten sie über Hinweise auf einen großen zweibeinig laufenden Dino, sowie eine Herde aus elf Sauropoden, die entlang der urzeitlichen Küste des heutigen Jemen gelaufen sind.

Alamosaurus
Alamosaurus
© GFDL Alamosaurus
„Zuvor hat man in dieser Gegend keinerlei Fußabdrücke von Dinosauriern gefunden“, erklärt Anne Schulp vom Naturkundemuseum in Maastricht. „Das ist wirklich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.“ Der Niederländer führte die Studie zusammen mit seinen Kollegen Nancy Stevens von der Ohio Universität und Mohammed Al-Wosabi von der Sana’a Universität in Jemen durch.

Zufallsfund eines Journalisten
Von der Arabischen Halbinsel sind bisher nur sehr wenige Dinosaurierfossilien bekannt: einige isolierte Knochen aus dem Sultanat Oman und ein paar Fragmente eines langhalsigen Dinos aus dem Jemen. Im Jahr 2003 dann entdeckte ein jemenitischer Journalist einen Fußabdruck nahe dem Ort Madar, rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sana’a. In den letzten Jahren führte das internationale Forscherteam weitere Untersuchungen und Ausgrabungen an der Fundstelle durch.

Das Gestein, in dem die Spuren konserviert wurden, stammt höchstwahrscheinlich aus dem späten Jura und ist damit rund 150 Millionen Jahre alt. Vermutlich entgingen die Abdrücke so lange einer Entdeckung, weil sie so groß sind, dass sie von Laien kaum als solche erkannt werden. Zudem waren sie von einer Schicht aus Geröll und Schutt bedeckt.

Großer Zweibeiner und Herde von Vierfüßern
Dino-Spuren
Dino-Spuren
© Nancy Stevens Dino-Spuren
Stevens, Al-Wosabi und Schulp identifizierten den ersten Abdruck schnell als Spur eines Ornithopoden, eines großen, relativ häufig vorkommenden Pflanzenfressers der Kreidezeit. Sein Name leitet sich von der Form seiner Hüfte und Füße ab, die bereits Ähnlichkeiten mit den Vögeln aufweisen. Diese „Kuh des Mesozoikums” lief vorwiegend auf ihren Hinterbeinen.

Zwar gab es die ersten, allerdings eher kleineren Ornithopoden auch schon im Jura, dennoch sehen es auch die Wissenschaftler als ungewöhnlich an, einen so großen Ornithopoden bereits zu dieser Zeit zu entdecken.

Zusätzlich zum Ornithopoden-Abdruck fanden die Forscher weitere Fußspuren von vierfüßig laufenden Sauriern. Anhand der Größe, Abstände und Form der Abdrücke ordneten sie diese einer Herde von Sauropoden zu. Elf dieser im Jura und in der Kreidezeit lebenden, langhalsigen Pflanzenfresser wanderten offenbar zusammen als Herde in gleicher Richtung und Geschwindigkeit. „Das ist sehr selten, ein so großes Beispiel einer Dinosaurierherde zu finden“, so Schulp. „Es ist ein interessantes Sozialverhalten für Reptilien.“

Neues Fenster in evolutionäre Vergangenheit
„Wir möchten wissen, wann welche Dinosaurier lebten und warum“, erklärt Schulp. „Wie veränderte sich die Verteilung über die Zeit und warum löste eine Form die andere ab oder bewegte sich von einem Ort zum anderen?“

Die jetzigen Entdeckungen im Jemen könnten auf diese Fragen weitere Antworten liefern. „Diese Spuren helfen uns dabei, ein detaillierteres Bild dessen zu gewinnen, was sich auf den damaligen südlichen Landmassen tat“, so Stevens. „Es ist spannend, neue paläontologische Daten aus dem Jemen kommen zu sehen. Und ich denke, dass es hier noch eine Menge zu entdecken gibt.“
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