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Mittwoch, 18.01.2017
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Genbank Obst erhält Vielfalt von Erdbeere & Co

Neues deutsches Netzwerk nimmt Arbeit auf

In der neuen „Deutschen Genbank Obst“ wird ein wichtiger Schatz lagern: Die genetische Vielfalt unseres heimischen Obstes. Damit enthält sie den Schlüssel für zukünftige Sorten, die an verändertes Klima oder neue Schädlinge angepasst sind.
Erdbeeren

Erdbeeren

Bis jetzt haben bereits sieben deutsche Einrichtungen, die Kirschsorten sammeln und erhalten, einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Für die Erdbeersammlungen ist dies bereits Ende 2007 geschehen. Damit kann die vom Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) in Dresden koordinierte Deutsche Genbank Obst nun ihre Arbeit aufnehmen. Es handelt sich dabei um ein Netz mehrerer Genbankfilialen, in dem sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Organisationen mitarbeiten.

„Nach und nach sollen sich auch alle anderen Sammlungen heimischer Obstarten unter dem Dach der Deutschen Genbank Obst zusammenfinden“, sagt Professorin Viola Hanke. An dem von ihr geleiteten Institut für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst in Dresden-Pillnitz hat die Erhaltung von Apfel-, Kirsch- , Birnen-, Pflaumen- und Erdbeersorten sowie verwandten Wildarten eine lange Tradition.

Wertvolles genetisches Material bleibt erhalten


Aber auch gemeinnützige Vereine versuchen alte Sorten vor dem Aussterben zu bewahren. „Durch die fehlende Koordination der vielfältigen Aktivitäten bestand bisher die Gefahr, dass wir wertvolles genetisches Material unwiederbringlich verlieren“, erklärt Hanke das Problem. Mit der Gründung der Deutschen Genbank Obst ist diese Gefahr nun gebannt. Noch in diesem Jahr soll der Aufbau der deutschen Apfel-Genbank abgeschlossen sein. Birne, Pflaume und Strauchbeeren folgen.


In der „Deutschen Genbank Kirsche“ werden derzeit 315 Süßkirschsorten sowie 106 Sauerkirschsorten quasi in sieben Bankfilialen an Bundes- und Landeseinrichtungen sowie von nichtstaatlichen Organisationen erhalten. Die „Deutsche Genbank Erdbeere“ umfasst 370 Sorten, an zwei Standorten. Neben diesen ex-situ Sammlungen auf dem Feld wird derzeit im JKI in Dresden mittels Kryokonservierung von Erdbeeren eine Duplikat-Sammlung aufgebaut.

Offizielle Vorstellung auf der Biodiversitäts-Konferenz


„Die Etablierung der Deutschen Genbank Obst ist ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung obstgenetischer Ressourcen in Deutschland, wie sie im Nationalen Fachprogramm für Genetische Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen gefordert wird“, sagt Hanke. Gleichzeitig sei das Netzwerk ein Beispiel dafür, wie das 1992 in Rio de Janeiro beschlossene internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt national umgesetzt wird.

Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt, die vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn stattfindet, wird die Deutsche Genbank Obst offiziell vorgestellt.
(idw - Julius Kühn-Institut, 30.04.2008 - DLO)
 
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