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Freitag, 10.02.2012
Das wohl größte Puzzle der Welt
Virtuelles Modell der Berliner Bauakademie aus mehr als einer Million Einzelteile erstellt
Aus mehr als einer Million Einzelteile haben Studenten des Instituts für Geodäsie und Geoinformationstechnik der Technischen Universität (TU) Berlin ein digitales Modell der ehemaligen Schinkel'schen Bauakademie sowie eine 3-D-Filmanimation hergestellt.

Schinkel’sche Bauakademie
Schinkel’sche Bauakademie
© TU Berlin/Bornemann/Rox Schinkel’sche Bauakademie
Die 1836 vollendeten Gebäude der Bauakademie, eine Vorgängereinrichtung der TU Berlin, stand einst am Werderschen Markt in Berlin. Mehrere Vereine haben vor, dieses Architekturdenkmal, dessen Ruine nach dem Krieg gesprengt wurde, wieder erstehen zu lassen. Eine Stoffattrappe, die so genannte Schaufassade, in Originalgröße sowie eine „Musterecke“ und ein originalgetreuer Innenraum, der Rote Saal, zeugen von ihren Aktivitäten.

Einer der aktiven Vereine ist der „Förderverein für die Schinkelsche Bauakademie“, der das digitale Modell auch kürzlich der Öffentlichkeit präsentierte. Es soll, so der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schoele, einen lebhaften Eindruck von dem Vorhaben vermitteln und insbesondere vorhandene Fassadenelemente visualisieren. Ziel ist es aber auch zu zeigen, wie das Gebäude im Ensemble mit der Friedrichwerderschen Kirche und anderen historischen und modernen Bauten im Stadtbild wirken würde.

Mehr als eine Million Einzelteile
Neben der Filmanimation sind die vier viergeschossigen Fassaden mit ihren jeweils acht Fensterachsen einzeln zu besichtigen. Sie erscheinen recht grau. Nur an einigen Stellen erstrahlen Reliefplatten und Terrakotten im warmen Ziegelrot, das für die Bauakademie typisch ist. Es handelt sich dabei um die noch in verschiedenen Berliner Museen wie der Alten Nationalgalerie, der Zitadelle Spandau oder dem Schloss Charlottenburg lagernden Originalterrakotten.

„Wir haben zunächst ein virtuelles Drahtmodell aus mehr als einer Million Einzelteile mit dem Computerprogramm 'Auto CAD' hergestellt", erzählt David Bornemann. Der Diplomand und sein Kommilitone Thomas Rox konnten sich bei dieser Aufgabe auf ein Holzmodell stützen sowie einen 3-D-Plan der Innenstadt, der durch Vermittlung von TU-Professor Thomas Kolbe vom Fachgebiet Methodik der Geoinformationstechnik von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt wurde.

Mit Bildern verkleidetes Drahtmodell
Das Drahtmodell musste anschließend mit Bildern - zum Beispiel der Terrakotten oder der Portale - verkleidet und teils perspektivisch verzerrt werden, die so genannte Oberflächentexturierung.

„Der Schmuck bestand aus 24 verschiedenen Elementen aus dem ersten Obergeschoss, aus acht weiteren ursprünglich über den Fensterbögen befindlichen Reliefs und drei verschiedenen floralen Schmuckelementen, die sich im Obergeschoss mehrfach wiederholten“, erklärt Bornemann die mühevolle, zwei Jahre dauernde Kleinarbeit.
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