• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 24.07.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Zehn Exoplaneten in einem halben Jahr

Roboterkameras des WASP-Projekts nutzen Transitmethode mit großem Erfolg

In den letzten sechs Monaten haben Astronomen mithilfe einer neuen Methode gleich zehn neue extrasolare Planeten entdeckt. Darunter so exotische wie WASP-12B, dessen Jahr gerade einmal 1,1 Tage dauert. Basis des Verfahrens sind Roboterkameras, die nach winzigen Lichteinbußen um Sterne suchen, die durch das Vorüberwandern eines Planbeten erzeugt werden.
Roboterkameras von SuperWASP

Roboterkameras von SuperWASP

Seit der ersten Entdeckung eines extrasolaren Planeten in den frühen 1990er Jahren haben Astronomen rund 270 Planeten um fremde Sterne aufgespürt. Die meisten von ihnen verrieten sich durch den Schwerkrafteinfluss, den sie auf ihren Zentralstern ausüben: Die wechselnden Zugkräfte lösen ein leichtes Schwanken des Sterns aus, das mithilfe von Langzeitbeobachtungen nachgewiesen werden kann. Doch diese monatelange Beobachtung frisst Zeit und bremst die Rate der Entdeckungen.

Lichtschwankungen statt Sternentaumel


Ein neues Verfahren, das im Rahmen des Projekts „Wide Area Search for Planets“ (SuperWASP) eingesetzt wird, führt dagegen zu weitaus schnelleren Ergebnissen. Wie Teammitglied Don Pollacco von der Queen’s Universität Belfast heute auf dem Treffen der Royal Astronomical Society berichtet, gelang den Forschern damit der Nachweis von gleich zehn Planeten im letzten halben Jahr. Das so genannte Transitverfahren nutzt die Tatsache, dass ein Planet, der auf seiner Umlaufbahn vor seinem Zentralstern vorüberwandert, das Licht des Sterns um ein winziges bisschen dämpft. Diese Schwankungen lassen sich anhand von Messungen nachweisen.

SuperWASP nutzt dafür zwei Sätze von Roboterkameras, einen auf den Kanaren, einen in Südafrika, die große Ausschnitte des Himmels automatisiert durchmustern. Jede Nacht liefern sie so den Astronomen Beobachtungen von Millionen von Sternen, die sie auf Lichtschwankungen und damit mögliche Planeten untersuchen können. Jeder potenzielle Planet, den SuperWASP entdeckt, wird anschließend von Astronomen am Nordic Optical Telescope auf La Palma, dem Schweizer Euler Teleskop in Chile und dem Observatoire de Haute Provence in Südfrankreich mithilfe von Präzisionsmessungen überprüft und verifiziert.


Einzigartige Planetenfindungs-Maschine


Die Transitmethode bietet zudem die Möglichkeit, aus den Helligkeitsveränderungen der Sterne in etwa auf Größe und Masse der Planeten schließen zu können. Bisher sind auf diese Weise 45 Exoplaneten entdeckt worden, 15 davon durch die WASP-Kameras. Ihre Massen reichen von ungefähr jupitergroßen Planeten bis zu Riesen von der achtfachen Jupitermasse. Einige dieser Planeten sind relativ exotisch. So braucht WASP-12B gerade einmal 1,1 Tage um einem Umlauf um seinen Stern zu absolvieren. Wegen seiner großen Nähe zum Zentralstern ist seine Oberfläche auf glühende 2.300 Grad aufgeheizt.

„SuperWASP ist jetzt eine wahre Planetenfindungs-Maschine“, freut sich Pollacco. „Es wird das Aufspüren von großen Planeten revolutionieren und auch unser Verständnis darüber, wie sie gebildet wurden. Für die Europäischen Astronomen ist das ein großer Triumpf.“
(SuperWASP, 01.04.2008 - NPO)