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Dienstag, 30.05.2017
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Herz-Heilung mit Stammzellen und künstlichen Molekülen

Bildgebende Verfahren ermöglichen genaue Beobachtung des Herzens nach Infarkt

Nach einem Herzinfarkt können Therapien mit Stammzellen und Eingriffe auf Ebene kleinster Teilchen dazu beitragen, das Herz wieder zu heilen. Der Erfolg einer solchen Behandlung lässt sich jetzt dank neuer bildgebender Verfahren auf Aufnahmen des geschädigten Gewebes sichtbar machen..
Herzkatheter-Untersuchung

Herzkatheter-Untersuchung

Ursache einer Herzschwäche ist oft ein Herzinfarkt. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen ist Herzinsuffizienz bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die vierthäufigste Todesursache: Oft pumpt das Herz nach einem Infarkt nicht mehr kräftig genug, um den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten. "Deshalb ist es wichtig, die Heilung des Muskelgewebes nach dem Infarkt zu unterstützen", erklärt Kardiologe Professor Dr. Georg Ertl, Vorsitzender der DGIM aus Würzburg.

Stammzellen helfen bei Heilung


Zellen aus dem Knochenmark tragen dazu bei, dass das Herz nach einem Infarkt heilt. Inwieweit eine solche Therapie erfolgreich ist, lässt sich mit Hilfe der Nuklearmedizin darstellen: Die so genannte Positronenemissionstomographie (PET) zeigt auf dem Bildschirm stoffwechselaktive Zellen am Ort der Heilung an. Versuche mit radioaktiv markierten Stammzellen machen erkennbar, dass diese sich im geschädigten Gewebe des Herzens ansiedeln.

„Das Verfahren ermöglicht es uns sogar, die Therapie unmittelbar zu verbessern", so Professor Dr. Wolfgang Rudolf Bauer, Spezialist für kardiale Magnetresonanztomographie (MRT) aus Würzburg im Vorfeld des Kongresses. Denn anhand der neuartigen Bilder ist für den Arzt nachvollziehbar, wie er eine Therapie anpassen muss, damit ein noch größerer Anteil heilender Zellen zum geschädigten Muskel gelangt.


Künstliche Moleküle als Marker


Darüber hinaus haben Forscher Methoden entwickelt, die an der Wundheilung beteiligte Prozesse anzeigen: Damit sich eine feste Narbe bildet, ist zum Beispiel ein Stoff, der sogenannte Faktor XIII unerlässlich. Auch dieser lässt sich durch radioaktive Markierung abbilden. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) - ein bildgebendes Verfahren, das weiche Gewebe gut abbildet - verfolgen die Forscher außerdem den "programmierten Zelltod" nach dem Herzinfarkt. Dieser Vorgang beeinflusst eine Herzschwäche maßgeblich.

Zur Abbildung im MRT konstruierten die Wissenschaftler eigens künstliche Moleküle, mit denen sich ein sichtbarer Kontrast erzeugen lässt. Diese neuartigen bildgebenden Verfahren auf Basis der Zell- und Molekularbiologie sind einer der Schwerpunkte der 114. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden

Kombination von bildgebenden Verfahren angestrebt


„Zwar hat jede Methode auch ihre Schwächen, vor allem aber auch ganz spezifische Stärken", so Professor Bauer. PET etwa ist hochempfindlich. MRT bildet die Lage im Körper besser ab. Gearbeitet werde daher daran, verschiedene Methoden zusammenzuführen. Diese „Fusionsbildgebung" soll ein noch besseres Abbild ergeben.

„Moderne bildgebende Verfahren in Kombination mit der molekularen Medizin sind entscheidend für den Nachweis der Effizienz einer Therapie", fasst der Internist, Kardiologe und Physiker Professor Bauer zusammen. Neueste Methoden aus Molekularbiologie und Nuklearmedizin und ihren Beitrag zur Heilung des Herzmuskels wird Professor Bauer auf einem von ihm geleiteten Symposium am 31. März im Rahmen der 114. Jahrestagung der DGIM vorstellen.
(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften , 27.03.2008 - NPO)
 
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