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Donnerstag, 24.05.2012
Frauenhirne "ersticken" anders
Geschlechtsspezifische Reaktion des Gehirns nachgewiesen
Männliche und weibliche Gehirne reagieren unterschiedlich auf einen drohenden Erstickungstod. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis bei der Untersuchung von erstickenden Ratten ist der Mediziner Robert Clark vom Childrens Hospital in Pittsburgh, Pennsylvania gekommen. Der Forscher ist der Ansicht, dass diese Erkenntnisse in der Notfallmedizin unbedingt zu berücksichtigen sind, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Das menschliche Gehirn
Das menschliche Gehirn
© MMCD
Dass Männer und Frauen auch anders auf Verletzungen und Schlaganfälle reagieren, ist den Wissenschaftlern bereits länger klar. "Das ist aber das erste Mal, dass Forscher Unterschiede bei individuellen Nervenzellen entdeckt haben, wenn sie sterben", so der Mediziner. Das Wissenschaftsteam hatte die Sauerstoffzufuhr zum Hirn gekappt und dann untersucht, wie das Absterben vor sich geht. Männliche Hirnzellen verloren dabei große Mengen des Antioxidantiums Glutathion, während weibliche dies nicht taten. "Das Endresultat ist zwar das Gleiche. Aber der Weg dorthin war verschieden", so Clark.

Der Forscher stellte seine Ergebnisse beim jährlichen Treffen der Pediatric Academic Societies in San Franzisko vor. Die Erkenntnisse sollen auch dazu führen, dass neben der Gabe von Sauerstoff nach Beinahe-Erstickungen, Ertrinken oder auch nach Herzattacken und schweren Blutungen auch gezielt angepasste andere Medikationen angewendet werden können. Der Forscher ist der Ansicht, dass genauere Untersuchungen hier nötig sind. "Eine Sauerstoffgabe kann das Hirn zwar vor dem Tod retten, manche Regionen aber, wie etwa das Erinnerungsvermögen, bleiben sehr oft schwer beeinträchtigt", erklärt Clark, der sich seit zwölf Jahren mit Intensivmedizin beschäftigt.
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